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Aquasun 725 Taucher-Handlampe

by Michael Goldschmidt 7.00)

Als „Renner“ bezeichnet Franz-Xaver Günther, der „Kopf“ von Aquasun in Remscheid, die kleine Handlampe mit Typennummer 725, zu der es auch die größeren Brüder 1435 und 1450 gibt. Wie mutig muss man als Lampenbauer für den Unterwassereinsatz heute sein in einem Markt bestehen zu wollen, der nicht gerade von wenigen Mitbewerbern beschickt wird? Wir meinen, dass hier nur noch über große Stückzahlen und knappste Kalkulationen die Entwicklung amortisiert und letztlich auch ein paar Mark verdient werden können. Bei Aquasun hat man sich zu diesem Konzept entschieden und wie es scheint, geht die Rechnung auf, auch bei so günstigen Preisen wie den 368 Mark, für die die Aquasun 725 den Besitzer wechselt.

Alles wie aus einem Guss, so könnte auch das Motto bei der 725 lauten. Anders als die Mitbewerber setzt Franz-Xaver Günther auf gegossene Bauteile – Lampenrohr, Rückdeckel und Handgriff – und nicht auf eloxierte Alurohre mit separaten Handgriffen und Gewinden, die das Rohr mit der Bodengruppe verbinden. Das ist eben Philosophie des Hauses und an sich auch kein Nachteil. Zumindest lassen sich so Designvarianten herstellen, die das Gesicht einer Modellreihe deutlich prägen.

Das Lampensystem

Eher charakteristisch massiv als von blendendem Design geprägt ist das Erscheinungsbild der 725. Das unterstreicht die graue Pulverbeschichtung des aus Alu gegossenen Lampenkörpers, dessen „Hammerschlag“ – Oberfläche an einen Tresor erinnert. Bodengruppe und Reflektorkopf sind durch einen größeren Durchmesser vom Hauptteil des schlanken Lampenrohrs optisch abgesetzt. Der Schriftzug Aquasun, im Gussteil integriert, bleibt im Gegensatz zu im Wettbewerb häufig verwendeten Klebefolien, geradezu ewiges Bestandteil der Leuchte.

Nicht angeschraubt sondern feste Komponente der Bodengruppe, ist der gleichfalls gegossene Handgriff-Bügel, der zum Reflektor hin offen ist, beidseitig 4 Fingermulden mitbekommen hat und am vorderen Ende eine Öse für eine Bändselsicherung anbietet.

Den gesamten Lampenquerschnitt nimmt das große schwarze Kunststoff - Schaltrad an der Bodengruppe für sich ein. Hier wird die Lampenhelligkeit in drei gerasteten Stufen (etwa 40%, 75%, 125%) gesteuert. Erhabene Punkte auf dem Rad signalisieren dabei die gewählte Stufe. Zentral im Schaltrad ist ein Einschraubdeckel positioniert, hinter dem sich die Ladebuchse befindet. Einfach und wirksam hat man bei Aquasun die Einschaltsperre konzipiert, ein steckbarer Kunststoffstift arretiert das Schaltrad in der AUS-Position.

Fest im Lampenrohr fixiert und nicht austauschbar ist der Reflektor, dessen Charakteristik zwischen Flood und Spot liegt.

Die einfachste Verbindung der gegossenen Baugruppen hat Aquasun in der 725 aufgegriffen, zwei kleine Madenschrauben mit Imbuskopf halten Lampenrohr und Rückdeckel zusammen, die von zwei in Nuten hintereinander sitzenden achsialen O-Ringen gedichtet werden. Die O-Ringe sind leicht für alle Pflegemaßnahmen zugänglich. Es wäre für den Anwender sicher vorteilhaft, wenn Aquasun den Imbusschlüssel gleich mitliefern würde, so ein Teil findet sich nicht unbedingt in jedem Taucher-Werkzeugkasten.

Elektronik

Man sieht es der Aquasun 725 nicht unbedingt auf den ersten Blick an, dass sich hinter dem eher zum Understatement gereichenden Produkt elektronischer Aufwand versteckt, der doch nicht in allen Wettbewerbsprodukten zu finden ist. So ist das Steckernetzteil nur ein Wandler von 230V auf 12 V, die eigentliche Ladeelektronik findet sich im Inneren der Lampe, zwischen dem Akkumodul und der Platine für den Reedschalter. Thermokontrolliert erfolgt die Ladung, die in der normal ausgelieferten Version bei völliger Regenerierung bei maximal 10-12 Stunden liegt. Da der Ladezustand über einen Thermofühler überwacht wird, können nur „abgekühlte“ Lampen (keine vorherige Lagerung in der Sonne oder gerade erst nach längerem

Betrieb abgeschaltet) sofort geladen werden. Andernfalls kann die Elektronik eine Verzögerung von etwa 30 Minuten bewirken. Möchte man ein Schnellladegerät verwenden, wie auch von Aquasun angeboten, dann muss die Ladelektronik umgangen und der Anschluss direkt zum Akkumodul hergestellt werden.

Die einzelnen Schaltstufen werden ohne Durchführung mit Reedkontakten übertragen.

Nicht ganz so edel wie bei teureren Wettbewerbprodukten fällt das Akku/Brennermodul aus. Die Akkus haben in der Halterung ein gewisses Spiel und es fehlt auch ein „Hitzeschild“ zwischen Brennerraum und Akkus. So ist den Hinweisen in der Betriebsanleitung zu folgen, dass über Wasser, vor allem bei ungedimmter Benutzung, die Lampe nur kurz eingeschaltet werden darf, maximal bestückbar mit 25 W-Brennern (ausgeliefert mit 20 W). Eine Elektronik steuert zudem die Brenner sanft an.

Um ein Höchstmaß an Lichtausbeute zu erreichen hat man auch bei Aquasun zur mittlerweile oft verwirklichten Überspannungs-Technologie gegriffen – der für 6 V konzipierte HLX-Brenner wird mit 7,2 V angesteuert. Die letztlich abgegebene Lichtmenge liegt ungedimmt etwa 25% über der einer Lampe ohne Überspannungstechnik. Dazu verwendet man NiMH-Akkus, die hohe Leistung bei kleiner Bauform ermöglichen und zugleich ohne Gefahr eines Memory-Effekts auch bei Teilentladung regeneriert werden können. Da dieser Ladevorgang auf jeden Fall belüftet erfolgen muss, garantiert dies die entsprechend ausgeführte Ladebuchse. Zum Aufschrauben der Ladebuchse empfiehlt man eine Münze in den dafür vorgesehenen Schlitz des Buchsendeckels zu stecken, dieser könnte aber etwas breiter ausfallen um tatsächlich hier ohne Werkzeuge auszukommen. Nach einer Version mit breiterem Schlitz ist man bei Aquasun aber bereits auf der Suche.

Praxis

Klein und unauffällig in der Ausrüstung begleitet die Aquasun 725 jeden Tauchgang. Bei Tag reicht sie um auf kurze Distanz Farben in kleinen Ausschnitten des Riffs sichtbar zu machen. In klaren Gewässern (Tropen, Bergseen) genügt sie auch, um einen Nachttauchgang damit ausreichend zu beleuchten. Die mittenbetonte Ausleuchtung als Kompromiss zwischen Flood- und Spotreflektor deckt durchschnittliche Ansprüche ab. Die Brenndauer von 43 Minuten (ungedimmt), 60 Minuten bei 75% Lichtleistung und 75 Minuten bei 40% entspricht den üblichen Werten des Wettbewerbs. Der Tiefentladeschutz schaltet dann nach deutlichem Rückgang der Lampenhelligkeit ab.

Der Bügel der 725 ist griffig, könnte aber etwas breiter ausfallen, trägt man dicke Handschuhe. Die Lackierung ist gegenüber sonst üblicher Eloxierung empfindlicher. Wer seine 725 lange in einem optisch einwandfreien Zustand halten will, sollte nicht auf die Neopren-Schutzhülle verzichten.

Nach einem Ladevorgang ist peinlich darauf zu achten, dass die Ladebuchse auch geschlossen wurde. Das kann man leicht übersehen, zumal die Ladebuchse selbst schwarz ist und so inmitten des schwarzen Schaltrades nicht sehr auffällig wirkt. Vielleicht könnte hier Aquasun einen Tropfen roten oder gelben Lack auf die Buchse geben. Verlierbar ist der Stift der Schaltsperre, während des Tauchgangs sollte er nicht mehr im Schaltrad stecken.

Einen kleinen Imbusschlüssel benötigt man um das Lampenrohr zu öffnen, ist ein Brennerwechsel fällig. Das ist aufwendiger als bei Lampenrohren mit Schraubgewinde und die kleinen Madenschrauben können verloren gehen.

Fazit

Die Aquasun 725 ist zur Zeit wohl die günstigste kleine Taucher-Handlampe am Markt, die aus Alu gefertigt, dimmbar, mit NiMH-Akkus und elektronischen Bauteilen ausgestattet ist. Trotz guter Ausstattung sind natürlich Unterschiede zu teureren Produkten feststellbar. Diese haben aber keine negativen Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit und Funktion, sie liegen eher im geringeren Komfort (Madenschrauben, technischer Eingriff bei Verwendung eines Schnellladers, Reflektor fest eingebaut).

Plus/Minus

     * + Preis
     * + NiMH-Akkus
     * + Lichtleistung durch Überspannung
     * - Lampenrohr mit Madenschrauben fixiert
     * - geöffnete Ladebuchse „unauffällig“
     * - schmaler Schlitz des Ladebuchsendeckels

Fakten

Typ: Aquasun 725
 Material: Aluguss
 Akku: 7,2 v / 3 Ah NiMH
 Brenner: HLX bis maximal 25 W
Dimmbar: 3 Stufen
Brenndauer bei 20 W: 43/60/75 Minuten
Frontglas: Mineralglas
 Einsatztiefe: 200 Meter
Maße: L 220, Durchmesser 55
Gewicht: 1100 g
Abtrieb: 400 g
 Preis: ca. € 189 Stand 7.2000
Info: Zur Zeit keine Fertigung (6.04)