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UWW 5.03

Angenehm klein ist der luftintegrierte ATMOS ai Tauchcomputer von AERIS im Vertrieb von Seemann Sub. Design, Größe und Bedienung machen auch Frauen Spaß, stellte UnterWasserWelt fest und machte den „Kleinen“ zum Tauchgangbegleiter auf Zeit.

Drei Fliegen auf einen Streich, Tauchcomputer, Finimeter und Kompass, das sind die äußeren Leistungen des Testcomputers, drei weitere die Funktionen als Rechner für Luft, Nitrox oder als reiner Tiefenmesser. Natürlich berücksichtigt der ATMOS ai bei Luft- und Nitrox die Werte des Atemgasvorrats und lässt diese in die gesamte Berechnung einfließen. 
Zwei Tasten sind alles, was der ATMOS ai zur Funktionssteuerung nötig hat, es müssen keine Feuchtkontakte mit nassen Fingern überbrückt werden, das gefällt. Die grundsätzliche Bedienung des Computers erschließt sich intuitiv, hat man mittels Tastendruck in den verschiedenen Menüebenen geblättert und sich mit den Daten auseinandergesetzt, die das deutlich ablesbare LC-Display anzeigt. Typisch Frau könnte man jetzt sagen, die Bedienungsanleitung erst im Notfall lesen, aber weit gefehlt, denn es ist ein hohes Sicherheitsplus, lassen sich gerade die Anzeigen während des Einsatzes auch von Buddys ablesen und richtig interpretieren, die auf den Gerätetyp nicht eingewiesen sind.
Gut gestaltet ist die ausführliche Bedienungsanleitung. Entgegenkommend für naturblonde Anwender beiderlei Geschlechts: Wer sich bei Einstellungen des Computers ersparen möchte sich bewusst durch die Menüs und Funktonen zu hangeln, bis man den gewünschten Punkt erreicht, der richtet sich nach den praktischen Zählhilfen der Anleitung – 5 mal die eine Taste, 7 mal die andere gedrückt und schon ist man am Ziel. Einfacher geht’s nun wirklich nicht.
Was den Jungs vielleicht erst gar nicht auffällt, das ist der sinnvolle Kratzschutz vor dem Display. So sieht das gute Stück auch nach intensiver Nutzung immer wie neu aus.
Nachdem der Schritt zum Technical Diving ja auch von Frauen gemacht und Nitrox immer häufiger angeboten wird, ist der ATMOS ai auch hier ideal einsetzbar. Aber man darf nicht vergessen vor jedem Nitroxtauchgang die Werte für den Sauerstoffanteil und den maximalen Partialdruck erneut einzustellen. Die Sicherheitsphilosophie des Computers macht das erforderlich. Hat man sich daran gewöhnt, stellt es auch kein Problem dar. Die Mischung von Luft- und Nitroxtauchgängen ist möglich, wenn im Nitroxmodus mit 21% Sauerstoffanteil gerechnet wird. Sonst muss man 24 Stunden warten, bis der ATMOS ai wieder in den Luftmodus geschaltet werden kann.
Wer den Computer als Messinstrument für Apnoetauchgänge oder als reinen Tiefenmesser für Tec – Tauchgänge einsetzen möchte, der kann das bis 120 Meter Tiefe tun. Bis 99,9 Meter rechnet der ATMOS ai im normalen Tauchgangmodus. Damit man nicht im Dunklen steht hat der Rechner eine Hintergrundbeleuchtung für das Dispay, die das deutliche Ablesen der Daten ermöglicht.
Für den Batteriewechsel muss der Cumputer nicht zum Service – selbst ist die Frau und tauscht bei Bedarf die große Lithium – Knopfzelle im Boden des Rechners aus. Die Energietablette der Größe CR2450 mit 3 V Spannung hält zwar, je nach der Menge der Tauchgänge und des Einsatzes der Beleuchtung, bis 600 Stunden, sollte aber trotzdem (mit einem neuen O-Ring für den Batteriefachdeckel) in Reserve immer dabei sein, denn diesen Batterietyp bekommt man in der Regel im Fachhandel und nicht an jedem Kiosk. Um das Batteriefach zu öffnen genügt eine Münze und so viel „Werkzeug“ hat auch eine Frau in der Tasche...

Das Display ist mit einer Kombination aus numerischen und graphischen Anzeigen gut gestaltet. Stickstoff- bzw. Sauerstoffsättigung sind Aufstiegsgeschwindigkeit durch farblich gestaltete Elemente im Display rasch zu interpretieren. Aktuelle Tauchtiefe, größte Tauchtiefe, Nullzeit, Tauchzeit, Resttauchzeit, Dekostufe, Dekozeit, Sicherheitsdeko, Temperatur und Flaschendruck gehören zu den in zwei Ebenen (per Tastendruck umschaltbar) dargestellten Daten. Eine Vielzahl zusätzlicher Warnungen werden optisch (grafische Anzeige und rote Leuchtdiode) und akustisch übermittelt. Wen das deutlich vernehmbare Piepsen stört, der kann es im entsprechenden Menü auch abschalten. Zu den stillen Genießern zähle ich im übrigen auch.

Wenn man schon keine Urlaubskarten mehr schreibt, am handgeschriebenen Logbuch kommt man denn doch
 
 
 nicht vorbei. Der ATMOS ai merkt sich 24 Tauchgänge in wählbaren Aufzeichnungsschritten bis zu 2 Sekunden, bis man die Daten sichern muss – manuell oder digital. Von einer so fein gezeichneten Grafik hat man aber erst etwas, wenn die Daten mit dem optionalen Interface auf den PC übertragen wurden, ansonsten reichen auch längere Intervalle, etwa 15 Sekunden, um den Tauchgang zu dokumentieren.

Der Vollständigkeit halber darf natürlich nicht vergessen werden, dass der Computer auch als Tauchgangplaner und im Simulationsmodus eingesetzt werden kann. Weiterhin kalibriert er sich selbständig für Bergseetauchgänge und ab etwa 610 Meter Einsatzhöhe wechselt er automatisch in den Süßwassermodus.

Einsatz

Den ATMOS ai betreibt man am besten mit einer Schnellkupplung, damit das gute Stück nach dem Tauchgang mit einem Handgriff vom Hochdruckschlauch abgekoppelt werden kann. Das Andocken mit der Kupplung geht am einfachsten, solange noch kein Druck am Atemregler anliegt. Steht das System unter Druck aktiviert man in der Regel den Computer manuell um den Flaschendruck und die Rechnerfunktionen zu überprüfen. Für zwei Stunden bleibt der ATMOS ai jetzt aktiviert, folgt in dieser Zeit kein Tauchgang, kehrt er in den Ruhezustand zurück. Werkseitig ist zusätzlich die automatische Einschaltung bei Wasserkontakt sowie die Aufnahme der Rechenfunktion ab einer Tiefe von etwa 1,2 Metern aktiviert, die vom User abgeschaltet werden kann, etwa beim Transport im feuchten Umfeld.
Klar sind die Daten ablesbar, durch die Luftintegration sind alle relevanten Werte auf einem Blick im Griff. Im Mittel von 90 Sekunden werden die Luftverbrauchsdaten ausgewertet und hochgerechnet. Geringer Verbrauch oder hoher Bedarf bei Strömung oder einem am Oktopus mitatmenden Buddy, all das wird berücksichtigt.
Die Ablesbarkeit des Displays bei Dämmerung oder beim Nachttauchgang ist einwandfrei durch die zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung.
Mit dem an der kleinen Konsole angebrachten Kompass hat man zusätzlich die Orientierung im Griff und damit eine ideales kleines Informationszentrum im Einsatz. Der Kompass ist selbstleuchtend und wird durch den Strahl der Handlampe aufgeladen.
Der Pflegeanspruch des ATMOS ai ist gering, gründliches Spülen nach dem Einsatz und Lagerung an einem trockenen, sonnengeschützten Platz genügen.

Fazit

Natürlich ist der ATMOS ai nicht nur was für Taucherinnen, aber sie werden durch die Größe des Instruments auch angesprochen. Das Handling ist einwandfrei, das Gerät ist robust und gut verarbeitet. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und individuelle Anpassung an den Benutzer sprechen für sich. Wer einmal mit einem luftintegrierten Rechner getaucht ist, möchte nur noch so ausgestattet unter Wasser gehen. Rundum ein angenehmer Tauchgangbegleiter.    

Info: Seemann Sub www.seemannsub.de