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Citizen Eco-Drive Aqualand

UWW 6.99

Es gehörtweltweit fast schon zum guten Ton als Taucher eine Citizen Taucheruhr zu tragen. Ob als Statussymbol, Schmuck, echtes Tauchinstrument oder sogar in heliumfester Ausführung für den harten Offshore-Einsatz, alles ist aus der japanischen Uhrenschmiede zu bekommen. UnterWasserWelt hat die neue Eco-Drive, die Sonnenuhr unter den Citizen-Taucher- uhren, seit Februar 1999 weltweit getestet, bei Wassertemperaturen von 4°C bis 33°C.

Ob in Brasilien, Indonesien oder Europa, überall dort war die Eco-Drive im echten Einsatz von UnterWasserWelt, begegnet man laufend Gleichgesinnten, die eines der Citizen - Produkte als Zeitmesser “rund um die Uhr” am Arm tragen. Mit teilweisen Digitalanzeigen oder mit klassischem Analogzifferblatt, mit elektronischem Tiefenmesser, Stoppuhr, Tiefenalarm, alles ist zu haben. Wahlweise mit Kunststoff-Armband oder Stahlband, bicolor oder in silber (Stahl) kann das Auge des Trägers befriedigt werden. Ein Modell erlaubt sogar die Übernahme von Tauchdaten per Interface auf den PC. Bei soviel Firmenengagement für den Tauchsport oder auch den Berufstaucher erwartet der Käufer bei Preisen zwischen DM 269,- (klassischer Taucheruhr DIVER, unverbindliche Preisempfehlung) und DM 995,- (Aqualand Chrono bzw. Hyper Aqualand, unverbindliche Preisempfehlung) ein ausgereiftes und zuverlässiges Zeitmessinstrument von besonderer Langlebigkeit erworben zu haben.

Die Idee, eine Taucheruhr zu konzipieren, die trotz ganggenauem und robustem Quarzwerk keinen Batteriewechsel mehr benötigt, den Käufer also vom Service im Fachgeschäft unabhängig macht, ist der Schritt in die richtige Richtung. Oft genug blieb ein batteriebetriebenes Instrument beim Tauchurlaub im fernen Tropenland schon stehen, was nicht Sinn der Sache sein kann. Citizen setzt hier auf eine Solarzelle, die unter dem lichtdurchlässigen Zifferblatt alles auf sie treffende Licht gierig aufnimmt. Bereits zwei Stunden normaler

Zimmerbeleuchtung, etwa 500 Lux, genügen die Speicherbatterie für einen eintägigen Normalbetrieb der Uhr aufzuladen. Werden die Stoppuhr oder der Tiefenmesser eingesetzt, steigt der Energiebedarf rasch an, sodass die Batterie wenigstens 16 Stunden lang “mit Licht von 500 Lux geladen” worden sein muss. Bei Tageslicht geht das alles natürlich wesentlich schneller. Bei bewölktem Himmel ist die Uhr statt in 16 Stunden schon in einer Stunde für den Normalbetrieb verfügbar, bei Sonne in nur 45 Minuten. Die volle Ladung, die für den Tiefenmesserbetrieb bei mehreren Tauchgänge am Tag Voraussetzung ist, erreicht man an sonnigen Tagen nach 2,5 Stunden. Doch ist das teilweise graue Theorie, da eine täglich getragene Eco-Drive kaum bis auf das letzte Millivolt entladen wird. So verkürzen sich natürlich diese Ladezeiten erheblich und in der Regel ist die Uhr immer voll einsatzbereit.

Und die Höhlentaucher, könnte man fragen? Sicherlich liegt hier ein Problem, da ausgedehnte Aufenthalte in Dunkelheit bei gleichzeitiger erhöhter Stromentnahme (Tiefenmesserbetrieb) den Energievorrat angreifen. Doch unsere Tests haben gezeigt, dass bereits das Anstrahlen der Uhr für einige Minuten mit einer Taucherlampe - doch Vorsicht, wenigstens 20 cm Abstand sollten eingehalten werden - wahre Aufladungswunder bewirkt. Wer nur gelegentlich in Grotten und Höhlen taucht, der ist mit der Eco-Drive gut bedient, ebenso sind Nachttauchgänge kein Risikofaktor für den Zusammenbruch der Zeitmessung. Bevor es überhaupt soweit kommt, blockiert die Eco-Drive alle Sonderfunktionen wie Stoppuhr oder Tiefenmesser und besinnt sich nur mehr auf die Zeitanzeige. Doch soweit ist es im Test nie gekommen.

Das seewasserfeste Stahlgehäuse mit Mineralglas wiegt inklusiv Kunststoff-Armband 112 Gramm, 55 Millimeter werden vom Tiefensensor bis zur verschraubten Krone gemessen, das Zifferblatt hat einen Durchmesser von 29 Millimeter, der Uhrenkörper selbst hat eine Dicke von 13 Millimeter. Das sind Werte, die einer robusten Taucheruhr zustehen. Zu beurteilen, ob die griffige verschraubte Krone eventuelle die Manschetten angreift, trägt man das gute Stück zum Anzug im Büro, wollen wir aus dem Test ausklammern. Sicherlich werden gerade die Bicolormodelle mehr Schreibtische als Korallen zu sehen bekommen, doch das steht auf einem anderen Blatt.... Es gibt keine scharfen Kanten, der in eine Richtung drehbare Zeiteinstellring ist auch mit dickeren Handschuhen noch akzeptabel zu greifen, Tiefenmesser- und Wassersensor sind ausreichend geschützt gegen mechanische Einflüsse.

Das seewasserfeste Stahlgehäuse mit Mineralglas wiegt inklusiv Kunststoff-Armband 112 Gramm, 55 Millimeter werden vom Tiefensensor bis zur verschraubten Krone gemessen, das Zifferblatt hat einen Durchmesser von 29 Millimeter, der Uhrenkörper selbst hat eine Dicke von 13 Millimeter. Das sind Werte, die einer robusten Taucheruhr zustehen. Zu beurteilen, ob die griffige verschraubte Krone eventuelle die Manschetten angreift, trägt man das gute Stück zum Anzug im Büro, wollen wir aus dem Test ausklammern. Sicherlich werden gerade die Bicolormodelle mehr Schreibtische als Korallen zu sehen bekommen, doch das steht auf einem anderen Blatt.... Es gibt keine scharfen Kanten, der in eine Richtung drehbare Zeiteinstellring ist auch mit dickeren Handschuhen noch akzeptabel zu greifen, Tiefenmesser- und Wassersensor sind ausreichend geschützt gegen mechanische Einflüsse.

Das schwarze Kunststoff-Armband des Testmodells hat zwar Dehnungsfalten angedeutet, die das Tragen der Uhr auch über dickeren Neoprenanzügen ermöglichen sollen, doch bei 5 mm Materialstärke strich das Band die Segel, hier war Schluss mit der Anpassungsfähigkeit. Zu früh, wie wir meinen. Eine Nullzeit-Tabelle nach US-Navy ziert das Armband, hat aber mehr symbolischen Wert. Erstens taucht man kaum mehr nach dieser Tabelle, zweitens ist eine gute Leserbrille erforderlich, um die winzige Schrift zweifelsfrei auch für Menschen über 40 erkennbar zu machen. Eine weitere Warnung muss ausgesprochen werden, das geht aber nicht zu Lasten der Uhr, das liegt vielmehr an den Inhaltsstoffen diverser Mückenabwehr-Mittel. Diese Sprays weisen meist in der Produktbeschreibung darauf hin, dass der Kontakt mit Kunststoffen vermieden werden muss, da sonst Kunststoffe an- oder aufgelöst werden können. Das haben wir probiert und leider ist das Band gegen diese Mittel auch nicht resistent.

DieAnzeigen der Eco-Drive sind vielfältig. Neben der Uhrzeit - die Ganggenauigkeit soll bei weniger als 15 Sekunden Abweichung pro Monat liegen - werden im Stoppuhr-Modus (nur über Wasser zu verwenden!) sekundengenau bis zu 49 Minuten und 59 Sekunden gemessen. Permanent rotiert ein Sekundenzeiger in einem weiteren Anzeigenfeld. Dieser signalisiert beim Ausdehnen der Zeitsprünge auf Abstände von zwei Sekunden, dass entweder der Energievorrat zur Neige geht oder dass die falsche Uhrzeit angezeigt wird. Ein zusätzliches Anzeigefeld mit einer Unterteilung in 24 Stunden informiert, über die Tageszeit, ob Vor- oder Nachmittag angesagt ist. Sicher sinnvoll bei längeren Aufenthalten im Land der Mitternachtssonne oder in vom Tageslicht abgeschirmten Räumen. Auch beim Anpassen der Uhr über mehrere Zeitzonen hinweg kann man so die korrekte Einstellung der 12-Stunden Zeitanzeige finden und somit auch den Datumssprung richtig definieren.

Als Anzeige mit mehreren Funktionen dient der große zentrale Sekundenzeiger der Stoppuhr. In Ruhestellung liegt er nicht auf der 12-Uhr Position wie bei üblichen Chronometern, sondern nimmt verschiedene Positionen im 11-Uhr Bereich ein. Über drei Markierungen laufen so die Informationen, ob die Uhr für Standardbetrieb oder Normalbetrieb geladen ist oder ob die Batterien bis zum Rand voll sind.

Der gleiche Zeiger dient auch als Tiefenmesseranzeige. In Schritten von einem Meter erlaubt die Eco-Drive Tauchtiefen bis 50 Meter abzulesen. Nach dem Tauchgang ist die größte Tiefe für späteren Abruf über den oberen Drücker der Stoppuhr gespeichert. Ausdrücklich weist man in der umfangreichen Betriebsanleitung hin, dass dieser Tiefenmesser beim Sporttauchen kein speziell dafür konzipiertes Instrument ersetzen kann, da Abweichungen in der Messgenauigkeit durch Temperaturen und auch in verschiedenen Tiefenzonen möglich sind. Aber auch elektronische Einstrahlungen können den Tiefemesser irritieren. Bei Tauchgängen jenseits der 50 - Meter setzt sich die Anzeige auf eine out-of-range Marke, dieser Abstieg wird nicht weiter dokumentiert. Damit können also theoretisch die maximal 200 Meter Tiefe aufgesucht werden, jedoch ohne Messung und Tiefenspeicherung.

ImTestbetrieb über 4 Monate, begleitete die Eco-Drive zu Tauchgängen im Atlantik, dem Chinesischen Meer und in verschiedene eiskalte Seen in Deutschland. Solange nur ein Tropenanzug getragen wird, ist das Anbringen der Uhr kein Problem. Beim Anzug ab 5 mm Materialstärke, am normalen Herrenarm, wird es eng im Armband, da findet die Eco-Drive erst am Handschuh platz, zwischen Hand und Ärmelansatz. Irritationen wurden beim Betrieb der Eco-Drive beim Tiefenmesser festgestellt, trug man sie beim Tauchgang gleich neben einem Tauchgangrechner mit drahtloser Übertragung des Flaschendrucks. Plötzlich wichen die Tauchtiefen vom realen Wert bis zu zwei Meter ab. Auch nach dem Tauchgang waren die Zeiger nicht mehr auf die korrekte Nullposition zurückzusetzen, da musste manuell über entsprechende Funktionen kalibriert werden. Erst als die Uhr am anderen Arm getragen wurde, gab es keine Probleme mehr und die Tauchtiefen wurden durchgehend korrekt angezeigt. Die Vielzahl der analogen Anzeigen machen es manchmal schwer auf einen kurzen Blick die gewünschte Information abzulesen. Deutlicher wünschen wir uns die Anzeige von Stunden und Minuten. Bei Nachttauchgängen strahlte das Leuchtzifferblatt. hier allerdings mit sehr guter Ablesbarkeit, hell und kontrastreich. Verzichten können wir leicht auf die zusätzliche Anzeige des 24-Stunden Verlaufs. Hier hätten wir uns vielmehr eine zur Stoppuhr gehörige Stundenmessung gewünscht. Auch das Messlimit von 49 Minuten und 59 Sekunden ist uns zu kurz. Störend auch, dass keine spontane Zeitmessung möglich ist. Die Uhr muss für die Stoppfunktion erst einmal aktiviert werden. Dazu dreht sich der große Sekundenzeiger dreimal rückwärts übers Zifferblatt, bis die Ausgangsposition ereicht ist. Da kann so manches Ereignis, dessen Zeit genommen werden soll, schon vorbei sein. Andererseits verbleibt die Uhr nur eine kurze Zeitspanne im Stoppmodus. Wird in diesem Zeitraum keine Zeitnahme vorgenommen, setzt sie sich auf den Normalmodus zurück. Zeitgenau, robust und zuverlässig ist die Eco-Drive allemal und leere Batterien haben sich nie gezeigt, auch wenn einige Tage kaum direktes Sonnenlicht das Zifferblatt erreichte.

Das Fazit für unseren Test bescheinigt der Eco-Drive Zuverlässigkeit, Robustheit und als Pluspunkt die Energieversorgung über bereits geringe Lichtmengen. Weniger gefällt das zu kurze Kunststoffarmband, die Ablesbarkeit der Anzeigen, der kurze Messbereich der Stoppuhr und die Wartezeit, bis die Stoppfunktion überhaupt verwendet werden kann. Zielgruppe hier sind wohl weniger Profitaucher als vielmehr Tauchsportler, die mit einer Mischung aus Prestigeuhr und neuartig technisch ausgestatteter Taucheruhr die Blicke auf ihren Arm ziehen wollen. Wer nach Alternativen sucht, findet im Citizen-Angebot unter mehr als 30 weiteren Angeboten sicherlich das passende Modell.
 
 
Fakten

Typ: Citizen Eco-Drive
Tauchtiefe :200 Meter
Stromversorgung: Umwandlung Licht in elektr. Energie
Ausstattung: Tiefenmesser (50m), Stoppuhr
unverb. Preisempfehlung: ca Euro 432,04 Standard ca.Euro 459,65 Bicolor (Stand 6/99)
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