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d`light 2

by Michael Goldschmidt 4.99

Schon länger gab es keine wirklich neue Entwicklung am Markt der Taucher-Handlampen. Diese Durststrecke beendet nun died`light 2 aus dem Hause UW-Lichttechnik Czempik in Haag/Obb.

In einem dunkelgrünen Kunststoff-Koffer sicher verpackt schlummert im Schaumstoffbett das neueste Kind der Taucher- Handlampen-Welt, die silbern eloxierte d`light 2 . In die Einzelkomponenten zerlegt finden sich ein Lampenkopf mit elektronischer Schaltung und Funktionsdioden, ein Akkutank, ein Spiralkabel, ein Steckerladegerät, ein Schnellspanngurt sowie O-Ringfett, eine Ersatzsicherung und ein Ersatzbrenner, dazu eine bemerkenswert ausführliche Anleitung und ein ebensolches Prüfprotokoll.

Das System

Das d`light 2 System setzt auf einen getrennten Akkutank zur Befestigung am Tauchgerät, wobei mit einem hochflexiblen Spiralkabel die elektrische Verbindung zum kleinen Lampenkopf hergestellt wird. Dies hat zum Vorteil, dass die Leuchteneinheit kompakt, handlich und leicht ausfällt, während der auffallend schlanke Akkutank die Bewegungsfreiheit des Tauchers nicht behindert. Wahlweise könnten auch zwei Lampenköpfe angeschlossen werden, ohne besondere Modifikationen vornehmen zu müssen. Eines betont der Hersteller klar, es handelt sich um Licht für den Einsatz unter Wasser, an Land wird der Betrieb nicht empfohlen. (Anm. d. Red. : Wir empfehlen grundsätzlich Taucherhandlampen ausschließlich unter Wasser zu betreiben, da in den geschlossenen Gehäusen ohne Wasserkühlung kein ausreichender Wärmeaustausch stattfinden kann!)

Lampenkopf

Schlank und von ergonomisch angenehmen Durchmesser liegt der Lampenkopf in der Hand. Ob mit oder ohne dicken Handschuhen, der vom Hersteller angestrebte Komfort ist bei beiden Varianten gleich. Die aufwendig bearbeitete Oberfläche des Lampenrohrs gibt sicheren Halt. Un- mittelbar vor dem Leuchtenkopf sitzt der beidseitig drehbare Magnet-Schaltring, der je nach Typ ein- bzw. ausschaltet oder in Abstufungen dimmt. Bei der Testversion war sogar die Einhandbedienung, durch Drehung des Schalters mit dem Daumen, möglich.

Drei Leuchtdioden informieren über den Lade- zustand, grün zeigt volle Ladung, gelb bedeutet gesunkener Energievorrat aber noch genügend Zeit zur Beendigung des Tauchgangs, rot kündigt den Tiefentladeschutz an (MOSFET-Techn.)

Ein kräftiger O-Ring dichtet die Hülse des Lampenkopfes achsial, das Schraubgewinde fasst deutlich. Ohne Probleme werden auch zierliche Hände mit den Vorbereitungen zum Brennerwechsel fertig. Der Brenner selbst ist ein handelsüblicher Kaltlicht- Strahler, die es für 12 Volt- Versorgung bis zu 75 Watt Leistungsaufnahme gibt. Die Reflektorwahl liegt so zwischen Spot und Videoflood, was ein besonders breites Einsatzspektrum bedeutet. Herstellerseitig ist im Testmodell ein Brenner von 50 W mit Medium- flood - Charakteristik eingesetzt. Konstruktiv neu an dieser Stelle ist ein O-Ring, der den Sitz des Strahlers “polstert”. Dieser O-Ring sollte einmal jährlich getauscht werden, da er durch thermische Einwirkung porös wird.

Schockfest ist das Borosilikat-Lampenglas, vor dem ein Filtergewinde von 52mm eingedreht (Filmer!)

Eine kleine Hakenöse vor der Gewindebuchse erlaubt einen Sicherungskarabiner anzubringen. Ebenfalls mit einem achsialen O-Ring gedichtet ist der Gewindeanschluss zum griffigen Spezialstecker am Spiralkabel. Durch einen Zapfen in der Buchse wird der verpolungssichere Anschluss gewährleistet. Dank der Überwurfmutter am Stecker, kann dieser gelöst oder befestigt werden, ohne dass sich das Kabel dabei selbst mitdreht. Das Spiralkabel lässt sich auf eine Länge von etwa drei Metern dehnen, der Temperaturbereich für den Einsatz des PU-Kabels liegt zwischen 0° und 35° Celsius.

Akkutank

Auffällig schlank ist das Strangpress-Profil des silbernen Akkutanks, dessen bearbeitete Oberfläche den verrutschsicheren Sitz an der Pressluftflasche garantiert. Es wird kein gesondertes Befestigungsmaterial benötigt, der mitgelieferte Schnellspanngurt fixiert alles sekundenschnell. Ausschließlich Akkus von Hitachi werden zum Doppelblock von 12 V / 5 Ah zusammengefügt. Hinter dem verschraubten 

Bodendeckel sitzt eine Schmelzsicherung, die die Akkus vor Beschädigung durch Kurzschluss sichert (nicht nach Wassereinbruch!). An den gegenüberliegenden Rohrenden finden sich zwei verschraubte Gewindebuchse, zum Anschluss einer oder zwei Lampen, eines weiteren Akkupakets oder des Ladegeräts. Der ermittelte Abtrieb liegt bei 1200 Gramm, was bedeutet, dass der Bleigurt um ein entsprechendes Stück erleichtert werden sollte.

Ladegerät

Am Steckerlader (Normalladung ca. 10 Stunden, Schnellader optional) ist das spezielle Ladekabel mit 1,5 Meter Länge fest angebracht. Das sollte ausreichen auch ungünstig gelegene Steckdosen nutzen zu können. Das CE-normierte Gerät ist für die Eingangsspannung von 230V/50Hz fest ausgelegt, lt. Bedienungsanweisung ist aber ein umschaltbares Ladeteil 110V/230V lieferbar. Rotes Dauerlicht an der Leuchtdiode zeigt den Ladevorgang an.

Einsatz

Der Transportkoffer ist sehr praktisch, die Lampe fliegt nicht irgendwo in der Tauchtasche umher. Da bei diesem Transport die Lampe vom Akku getrennt ist, benötigt man auch keine Schaltersperre, die unbeabsichtigtes Aktivieren verhindern muss. Die Montage an der Tauchflasche geschieht reibungs- los. Das Kabel kann bedarfsweise durch die üblichen, an den Jackets vorbereiteten Schulterlaschen gezogen werden. Zur Aufbewahrung während das Tauchgangs steckt der Lampenkopf entweder in der Jackettasche oder hängt am Karabiner. Das zusätzliche Gewicht an der Flasche fällt nicht auf, angenehm ist die die schlanke Form des Lampenkopfes. Flexibel genug erweist sich das Spiralkabel. Der herstellerseitig eingesetzte 50 Watt Brenner reicht auf kürzere Distanzen auch bei Tag aus, beim Nachttauchgang deckt diese Lichtmenge völlig den Bedarf. Alternative Brennerbestückungen sind jederzeit individuell nach oben und nach unten machbar. Die Infodioden geben ein gutes Gefühl bei der aktuellen Tauchganggestaltung.

Unterlagen

Bei der d`light 2 gibt sich der Hersteller nicht mit einer lapidaren Gebrauchsanweisung zufrieden. Hier wird wesentlich mehr gemacht, als bisher im Wettbewerb festgestellt werden konnte. Zunächst fällt der deutliche Hinweis auf, wann der Akkutank geladen wurde. Dann hält man eine eingeschweißte Karte in der Hand, die beidseitig wichtige Informationen enthält, die in dieser Form einmalig sind. Neben dem Datum des Abnahmeprotokolls und den genauen Typenbezeichnungen der Komponenten, stehen die Daten der erfolgten Druckprüfung und der Brenndauer, dazu die Leuchtzeiten der Infodioden an der Kabelleuchte. Die zweite Seite informiert, ob Akkugase im geladenen und entladenen Zustand gemessen wurden und ein Entladediagramm schließlich beschreibt anschaulich den Zustand des Akkupakets. Mehr an Information geht nicht. UnterWasserWelt meint, dass diese Informationen richtungsweisend sind und ab einer bestimmten Preisklasse im Wettbewerb Standard werden sollten. Um es nicht zu vergessen, die gesamte Lichtanlage ist CE - zertifiziert.

Fazit

Die d`light 2 macht Spaß, das kann man gerne zugeben. Der Hersteller hat an alles gedacht, das Handling ist einfach, alle Schraubverbindungen lassen sich gut lösen und zusammenfügen, die Licht- menge ist variabel über Dimmer oder alternative Brennerbestückung, variabel ist auch die Akkuleistung, alles ist robust, die Infodioden arbeiten zuverlässig, auch in Händen von Taucherinnen gibt es keine Gewichts- oder Volumenprobleme. Einzig das Ladegerät wäre uns lieber als Tischlader, doch das soll den insgesamt sehr guten Eindruck nicht schmälern.
 

Fakten

Typ: DLS KS TS 0
Material: Alu
Akku: 12V/5Ah
Gewicht Akku: 2250 Gramm
Abtrieb Akku: 1200 Gramm
Gewicht Leuchte: 380 Gramm
Abtrieb Leuchte: 150 Gramm
Brenndauer 50W: 70 Minuten
Tauchtiefe: 100 Meter
Preis Standard: ca. Euro 600,76
Preis dimmbar: ca. Euro 627,40) (Stand 3/99)
Info und Vertrieb: UW-Lichttechnik Czempik, Schulstraße 38, D-83527 Haag i.Obb Telefon & Fax: (0049) 08072-1578
eMail info@dlight.de Web www.dlight.de