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117 m Variabel: Neuer Weltrekord im Freitauchen

by Birgit Franz 9.2001

Der Oberpfälzer Benjamin Franz ist es am 1. September 2001 im Roten Meer gelungen die Rekordmarke des Italieners Umberto Pelizzari um 2 Meter zu überbieten. Mit einem Atemzug hat er in 3min 16 sec die Tiefe von -117m erreicht. Ein Gewicht von 35 kg zog den Freitaucher auf die neue Rekordmarke, den Rückweg musste er aus eigener Kraft bewältigen. Damit ist es Benjamin Franz, der bereits mehrere Rekorde im Süßwasser ( See ) gebrochen hat, erstmals gelungen auch einen Weltrekord im Meer zu überbieten.

Vier Jahre hat die Weltbestmarke des italienischen Superstars Pelizzari gehalten. Die Disziplin „Variabel“ gilt als sehr anspruchsvoll. So muss der Taucher nicht nur den steigenden Wasserdruck auf den Körper ausgleichen, in 117 m entspricht dies etwa 13 bar, auch der Aufstieg zurück zur Oberfläche ist ein unglaublicher Kraftakt, vergleichbar mit einem 100 m Lauf, jedoch unter Wasser und ohne zu atmen.

Seit März 01 hat sich Benjamin Franz gezielt und professionell auf diesen Tauchgang vorbereitet. Überwiegend im österreichischen Attersee. Noch reichen die finanziellen Mittel nicht aus, um das nötige Training ausschließlich im Meer durchzuführen. Umso höher ist der Rekordtauchgang im Roten Meer zu bewerten, denn im Gegensatz zu seinen Konkurrenten aus Italien, Kuba oder Frankreich ist es für den Oberpfälzer Extremsportler immer mit hohem Aufwand verbunden, das nötige Training zu absolvieren.

Am 21. August 01 reiste der Rekordjäger nach Ägypten. Das Luftfahrt-Unternehmen LTU hat sämtliche Flugscheine kostenlos zur Verfügung gestellt, um das Projekt zu unterstützen. Begleitet wurde Benjamin Franz von einem Team aus Sicherungstauchern des Tauchsportclub Plattling, dem Tauchmediziner Dr. Urs Braumandl, zwei offiziellen Schiedsrichtern vom int. Freitauchverband und einigen Journalisten. Da es in Ägypten keine Möglichkeit gibt einen Dopingtest zu organisieren, wurden dann auch noch zwei Kontrolleure aus Deutschland eingeflogen.

Vor Ort in Safaga wurde bereits alles Nötige von der Tauchbasis Orca vorbereitet, die für das Training und den Rekordversuch eigens ein Boot mit Spezialausrüstung zur Verfügung gestellt hatte. Da die äußeren Bedingungen im Roten Meer bedeutend besser sind als im kalten Attersee, machte Benjamin Franz schnell Fortschritte. Jede Tag wurde das Panoramariff angefahren, ein Tauchplatz der vor allem eines bot, nämlich ausreichende Tiefe.

Auch am 1. September waren die Bedingungen ideal. Während sich Benjamin Franz zurückzog, um sich mit Gymnastik und Yoga auf den Tauchversuch vorzubereiten, wurde die Tieftauchanlage von seinen Helfern ins Wasser gebracht. Das Führungsseil, zuvor von den beiden Schiedsrichtern exakt auf eine Länge von 117 Metern vermessen, wurde mit einem Grundgewicht von 50 kg hinab gelassen. Alles war bestens vorbereitet, als sich Benjamin Franz um 11:20 Uhr vom Boot ins Wasser gleiten ließ. Nach einigen Atemübungen stellte er sich auf den Tauchschlitten, seine Sicherungstaucher versammelten sich vor ihm und tauchten auf sein Zeichen hin ab. Ein Countdown von 10 min begann abzulaufen. Diese Zeit würde der Sicherungstaucher Manfred Führmann benötigen um bis auf die max. Tiefe von 117m zu tauchen. Als die letzten 30 sec. angezählt wurden, begann Benjamin Franz schluckartig sein Lunge mit Luft zu füllen. Um 11:42 Uhr löste er den Tauchschlitten aus und verschwand im Meer. Das Führungsseil begann zu vibrieren. Nach 1 min 40 sec. ist ein deutlicher Ruck am Seil zu sehen und zu spüren. Ein sicheres Zeichen, dass Benjamin Franz den Abstieg beendet hat. Erst die Tiefenmesser und die Kamera am Tauchschlitten werden später beweisen, ob er die Rekordtiefe erreicht hat. Drei Minuten sind vergangen, und noch ist nichts von Benjamin zusehen. Dann kann man unter der Wasseroberfläche einen hellen Punkt erahnen, der schnell größer wird. Nach 3 min 16 sec durchbricht er die Wasseroberfläche atmet einige male konzentriert durch, und reist dann die Faust hoch, um zu zeigen dass es geschafft ist. Jubel und Beifall brechen los, Taucher liegen sich an der Oberfläche in den Armen und ein Oberpfälzer Freitaucher hat sich den Weltrekord im Meer geholt.

Möglich wurde der Tauchversuch durch die Unterstützung von: Bausch & Lomb The Eye Care Company , Mares Tauchsport, Stefan Wiessmeyer Schmuck, LTU, Orca Tauchreisen, Tauchsport Lorenc, Deepdive Sportswear.

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