|
nicht aufgeben. Auch die neue Rekordmarke konnte er schließlich wenige Wochen vor dem geplanten Weltrekordversuch bei Trainingstauchgängen erreichen. Alles schien wie geplant zu laufen, doch dann machte der Nachwuchs dem Vater und Rekordjäger einen Strich durch die Rechnung. Noah Franz wurde am 30. August geboren, und hielt die junge Familie nun auf Trab.
Benjamin Franz spielte mit dem Gedanken den Rekordversuch abzusagen, da es unmöglich schien nach einwöchiger Familienpause, an die Trainingsergebnisse wieder anzuknüpfen. Auch die mentale Sicherheit, einen Freitauchgang in diese Tiefen psychisch unbelastet durchführen zu können, war mit dem einmaligen Erlebnis der Geburt des Sohnes und der neuen Situation schwer beeinträchtigt.
Doch der Gedanke die monatelange Vorbereitung, die körperlich wie finanziell ein Kraftakt war, mit dem langersehnten Weltrekord abzuschließen, bewog den Freitaucher letztlich am Rekordversuch festzuhalten.
Am 16. September war es dann soweit, ein Team von Sicherungstauchern und Helfern des Tauchsportclubs Plattling, die den Freitaucher bei seinen Unternehmungen unterstützen, bereiten alles nötige vor.
Der Tauchmediziner Dr. Urs Braumandl aus Regensburg ist vor Ort und mit Rettungsausrüstung auf einen zwar unwahrscheinlichen aber nicht auszuschließenden Unfall vorbereitet. Das Führungsseil wird von den beiden Schiedsrichtern genau vermessen, und markiert.
Benjamin Franz hat sich danach zurückgezogen, um sich mit Yoga-Übungen auf den Tauchgang vorzubereiten. Um 11:30 Uhr steigt der Chamer zusammen mit den Schiedsrichtern in sein Boot, das eigens für Freitauchversuche umgebaut wurde.
Der Tauchplatz ist ca. 300 m vom Seeufer entfernt, das Echolot zeigt 140 m Wassertiefe. Ideal für das Vorhaben. Das Boot der Sicherungstaucher, und ein Schnellboot eigens für Zuschauer und Presse treffen ein. Das akribisch vermessene Führungsseil wird ins Wasser gelassen, und mit einem Gewicht im See versenkt.
Am Gewicht befinden sich vier Plaketten, mit den Unterschriften der Jury. Eine davon muss Benjamin Franz mit an die Oberfläche bringen, um zu beweisen das er die Rekordtiefe erreicht hat.
Nach zwei Trainingstauchgängen in -20m Tiefe ist es soweit. Auf ein Signal hin tauchen die Sicherungstaucher und Unterwasserfilmer am Seil ab, um den Freitaucher zu beobachten. Die Motoren der Boote werden abgestellt. Der Lärm würde die Konzentration stören. nach einem vermeintlich letzten Atemzug beginnt Franz schluckartig seine Lunge zusätzlich mit Luft zu füllen, so das der Einatemvorgang fast 30 sec dauert. Bisher auf dem Rücken im Wasser liegend, dreht er sich nun um und taucht ab. Das erste Team der Sicherungstaucher passiert er in 35 m Tiefe. Die Wassertemperatur beträgt ab da nur mehr 4 Grad. In fast 55 m Tiefe wartet ein zweites Team zusammen mit einem Kameramann. Weil die Lunge bei zunehmender Tiefe zusammengedrückt wird und somit der Auftrieb des Tauchers abnimmt, wird Benjamin immer schneller. Nach 1 min ist er am Ziel in – 66 m Tiefe. Sofort beginnt er mit dem Aufstieg. Zuschauer und Jury starren gebannt auf die Wasseroberfläche.
Als schließlich Benjamin nach 2 min 11 sec zurück an die Oberfläche gelangt, bricht Applaus los. Aber Benjamin muss erst mehrmals tief durchatmen, bis er die Plakette in der Hand hochreißt und losjubelt. Die Schiedsrichter vor Ort bestätigen den neuen Weltrekord.
|