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Ich sehe mich noch die Prospekte von Kanada`s Ost- küste, von Nova Scotia und Cape Breton, unschlüssig zwischen den Fingern drehen, - Kanada, Nordatlantik. Da kriecht zwar die Idee von würziger Kühle von der Nasenspitze bis in die Zehen, - spannend, aber so recht kann ich damit nichts anfangen. Mein Reisecomputer im Großhirn bootet nicht, voreiliger Temperaturschock, - Systemfehler?! Neustart, Ingo der Kanadakenner gibt nicht auf und jetzt düst mich die Air Canada tatsächlich nach Halifax. Mit Auszählreimen vorherbestimmt, ob die trockene oder die halbtrockene Outfit auf die Reise gehen soll, habe ich alles auf eine Karte gesetzt und nur halbtrocken eingepackt. Die fliegenden Kanadier sind aber mit dem Gepäck nicht so kleinlich, der halbe Haus- stand hätte jetten können, solange er in zwei Gepäck- stücken verstaut wird - nächstes Mal zumindest keinGewichtsstreß mehr....

Wildnis: Bären vor der Blockhütte, Lachse tanzen in jeder Pfütze, - geistige Irrlichter eines zivilisationsgeschädigten Mitteleuropäers. Kanadische Wildnis tatsächlich: Un- durchdringlicher Busch aus Nadelwald, Laubbäumen, Gebüsch, Farnen und allem was in einem überquellenden Sommer Blüten und Beeren treibt. Mücken und anderes Stechgetier, ja, aber durchaus beherrschbar. Stimmen aus dem Busch, nur von unbekannten Vögeln, die gerne in der Nacht und im Morgengrauen fremdartige Melodien unter die ungewohnte Stille mischen. Der Wind erhebt sich gelegentlich, die Blätter des dichten grünen Dachs rundum leihen ihm ihre rauschende Stimme. Düfte selten gespürter Nuancen machen Erinnerungen an Reisen zu weit südlicheren und weit nördlicheren Zielen lebendig. Die frische salzige Brise trägt Stimmungen von Island und Schottland mit sich, der würzige Hauch von Moosen und blühenden Stauden gewinnt bei Vergleichen mit dem mediterranen Raum. Und die Karte klärt auf, daß ich hier auf Höhe von Bordeaux den Fuß auf Boden setze, der an vielen Stellen kaum je betreten wurde. Aufatmen, durch- atmen, genießen. Die Stille, die unberührte Natur, die großzügige Weite heißt entspannen und wirklich leben dürfen, - ohne Termindruck, schreiende Neonreklame und Parkplatznot. Ein paar Tropfen rinnen übers Gesicht - normal bei 30° Celsius. Kanadischer Sommer hat mehr zu bieten, als aus 6 Flugstunden Entfernung vorstellbar ist. “Paßt Dir das Wetter nicht, dann warte eine Stunde”, so sagen die Leute hier. Alles ist möglich und ich habe es erlebt. Da kenne ich das alte Schottland wie aus der Hosen- tasche und muß in Nova Scotia umdenken. Die gleichen Namen für Städte und Seen, die Menschen freundlich und offen, und doch nicht Europa, - dort an seinem westlichen Rand. Weiter, viel weiter westlich finde ich mich wieder, heimisch und zugleich in bezaubernder Fremde. Die Weite besticht, die Namen wie Inverness, Loch Lomond und Glasgow machen neugierig auf die Spiegelbilder des alten Schottland in dieser neuen Welt. Die großen Gegensätze, nicht unüberwindlich sondern erstaunliche Komponenten eines großzügigen Ganzen, überall sind sie sichtbar, spürbar und bestimmend in diesem Kanada, das stolz ein rotes Ahornblatt auf weißem Tuch über sich wehen läßt. Rot für den Indian Sommer, den Herbst, der die Natur zum Glühen bringt, weiß für einen langen, richtigen Winter, in dem die Schritte knirschen und der Atem als weißer Dampf vor den Augen wabert. Tropfen, - Schweiß, nicht geschmolzene Schneeflocken, begleiten die nächsten Tage. Kelpwedel, nicht Tannengrün, Hummer statt flinker Echsen vor den Augen, - endlich atlantische Abkühlung!
 
Das anziehendste Tauchziel vor Ingo`s Basis in Vollmer`s Island Paradise ist das künst- liche Riff der Arrow, “der Pfeil” , ein ehemaliger Tanker der Onassis - Flotte, der 1968, man munkelt als Versicher- ungsbetrug, auf den Cerberus Rock gesteuert wurde. Eine riesige Naturkatatrophe, Millionen von Litern Rohöl waren gebunkert, begleitete das Ausein- anderbrechen und Versinken des geborstenen Riesen. Heute ist davon in der Natur keine Spur mehr zu finden. Fauna und Flora haben sich nach dem großen Schlag wieder erholt und an einem künstlichen Riff prächtige Siedlungsorte gefunden. “Pfeil”, die Tankerreste schlagen einen Bogen zu den Ureinwohnern Kanadas, den Indianern. Das Feuerwasser hat ihnen die Lust auf wildes Leben genommen. Hier helfen auch nicht die allein den Indianern zustehenden uneingeschränkten Jagd - und Fischrechte. Da zieht die melancholische Weise eines Dudelsack sanft über die Hügel, gelegentlich vom Brausen anlandender Wellen unterbrochen, aber kein die Natur beschwörender Gesang uralter Stammesriten berührt mehr die zu zähmende Wildnis. Und ich sehe, was wohl kaum ein Indianer sehen durfte, das Land unter ihren Füßen, dort, wo sie früher von Canoes aus dem Meer den Reichtum abgewannen, den Stamm ernährten und Vorräte für den langen Winter anlegten. Mehr noch, ich sehe im grünen kühlen Wasser wieder einen der großen Gegensätze, üppige Natur erblüht auf riesigen künstlichen Riffwänden. An dieser Stelle ist alles größer und genau das Gegenteil hatte ich erwartet. Die Blumentiere wuchern unnachahmlich und reflektieren eine Pracht unter dem wandernden Zauberstab der Lampe, der die Tropen erblassen läßt. Manitou`s Reich, hier vor meinen Augen? Hat sich der Himmel der Indianer von oben nach unten zurückgezogen? Ehrfurcht bestimmt mein behutsames Schweben entlang der mystischen Wrackszenerie. Die schiefen Blicke der Plattfische verfolgen mich, Kelparme greifen nach mir, blühende Annemonen locken mich an und wollen mich zum Bleiben überreden. Was der Mensch nicht schon aus diesem gestorbenen Riesen fledderte, - die Maschine, die Schraube, die Bullaugen, hat sich die Natur geholt, schöner und begnadeter, als ein Ingenieur oder Architekt es je könnte. Immer noch stolz und aufrecht steht die geteilte Arrow auf dem 27 Meter tiefen Sandgrund, gaukelt Unendlichkeit in der Endlichkeit der Sichtweite vor. Bis zum Untergang allein gab der Riese seinen schmucklosen Körper in voller Länge den Blicken frei, nun bestimmen die Launen des Nordatlantik wieviel auf einmal von

der Arrow gesehen, bewundert, geahnt werden darf. Nicht zwei, drei oder vier Tauchgänge an der Arrow geben Einblick in deren Geheimnisse und öffnen den Blick für all die phantastischen Szenerien, wenigstens zehn Abstiege entlang des gelben Ariadnefadens am Bug der Tury, Ingo`s Tauchschiff, zu den Aufbauten in zehn Metern Tiefe sind das Minimum. Mit jedem Tauchtag, mit jedem Tauchgang ändert der stumme Koloß seine Wirkung, durch Sichtweiten, Lichtstimmung und Wassertemperatur. Jeder Besuch ist eine neue Entdeckung und ein kleiner Abschied. Stahl hält nicht ewig, so einiges wird sich schon im nächsten Jahr anders darstellen. Motive werden vergehen, neue entstehen. So stirbt jedes Schiff zweimal, beim Untergang und bei seinem Aufenthalt in der Tiefe. Die Ratten haben das sinkende Schiff verlassen, neue haben es bezogen. Heerscharen von respektlosen Barschen knabbern an Luftschläuchen und dem Anzug, drohen ihrem Spiegelbild im Maskenglas oder der Kameralinse. Übermütiges Leben brodelt um mich sobald ich nur mehr unbeweglich im dreidimensionalen Raum hänge. Kleinkämpfe erobern den freien Blick aufs traumhafte Motiv. Gelassen nimmts der Seewolf, seit Jahren Mieter zu Füßen der Arrow im Unterschlupf auf dem Sandgrund. Hier Hummer, dort die Schwärme der Dorsche. Ich greife nach den Sternen und suche nach dem Oben und dem Unten. Unten ist dort, wo die Sterne sind. Alle Größen, viele Arten, Seesterne schmücken Manitu`s Himmel und verkehren die Realität. Letzter Zweifel, hier in der Tiefe ist es plötzlich deutlich wärmer als die Tage zuvor, versagt die Meßtechnik des Computers? Rücksprache mit den anderen Tauchganggefährten im Nordatlantik vor West Arichat bestätigt, vom Golfstrom fegte ein “warmer Wind” unter Wasser die kühlen sieben Grad auf dem Sandgrund weg und brachte den Sommer mit vierzehn Grad. Ein Argument mehr für den Halbtrockenen...
 
Der Volvo- Diesel der Tury brummt, ein paar hundert Meter weiter, direkt am Cerberus Rock, der Schicksalsuntiefe der Arrow und anderer Schiffe, setzt uns Ingo direkt über den Bugaufbauten des Megatankers ab. Hier herrscht Unordnung, fast ein chaotisches Durcheinander. Vieles ist zerbrochen, zerfallen, läßt ursprüngliche Formen gerade noch erahnen. Ein gewaltiger Anker hält nur mehr sich selbst. Auch der Bewuchs ist hier nicht so ausgeprägt wie im Heckbereich. Ein paar Flossenschläge, der Kompaßnadel nach Norden gefolgt, der Cerberus Rock setzt den natürlichen Kontrapunkt zum Inferno aus Stahl. Im flacheren Bereich spielt die lange Dünung unaufhörlich mit dem Kelp, das in steter Bewegung unendlich viele Formen annimmt und nach mir tastet, mich einlädt mich auf den langen Algenarmen niederzulegen, zu beobachten und zu träumen. Das Wasser ist glatt wie selten, keine Welle kräuselt die Oberfläche, auch der Wind ist eingeschlafen. Nur die Maschine des Tauchbootes bringt Bewegung in die träge Wasser- masse. Knapp zwanzig Kilometer errechnet das GPS für die selten erreichten Tauchgebiete bei Green Island. Die Fahrt dauert länger als erwartet. Erst begleitet eine Schule Delphine das Boot. Ingo nimmt Fahrt weg, die Taucher an Bord genießen das unerwartete Schauspiel. Weiter auf altem Kurs, da hallt der Ruf “da bläst er” ins abgetauchte Bewußtsein, eingeduselt von der ruhigen Fahrt. Tatsächlich, nur wenige Meter von der Tury entfernt kreuzen sich die Wege unseres Bootes mit dem eines Mink - Wales. Und nocheinmal muß unser Kurs korrigiert werden, als ein Mondfisch, zum Greifen nahe, entdeckt wird. Jetzt gibt es kein Halten mehr. In Badehosen und mit ABC - Ausrüstung angetan springen Videofilmer und Fotografen in den erfrischenden Atlantik. Das seltene Motiv vor Augen verdrängt die nach einiger Zeit unter die Haut ziehende Kühle.Allein und doch beobachtet, ein Leuchtturm, zwei unbewohnte Gebäude, - die Mannschaft wurde vor zwei Jahren gegen eine vollautomatische Anlage ersetzt-, Green Island als verlassener Vorposten im offenen Nordatlantik. Nur ein Fernsehauge, von einer Wachmannschafft irgendwo ein paar hundert Kilometer entfernt gesteuert, sieht hier nach dem Rechten, irritierend und beruhigend zugleich.

Ich sehe ein paar Meter tiefer einen Schwarm Dorsche, ziehe durch verschlungene Canyons, die die hellen Felsen hier bilden und rasch auf über 30 Meter Tiefe führen. Meerraben, irrtümlich erst als Drachenköpfe tituliert, springen rasch in Deckung, Plattfische verlassen sich mehr auf einen schnellen Rückzug als auf deren excellente Tarnung. In den flacheren Zonen beherrscht wieder Kelp die Szenerie. Ich spähe nach den Seehunden, die in großer Zahl vom Boot aus zu sehen waren, doch die verspielten Säuger halten Abstand und verzichten auf eine Begegnung mit mir. Irgendwo über mir wartet die Tury, ich kann direkt auftauchen, nur weit genug weg von den Felsriffen, die fast bis zur Oberfläche reichen, schon treibt das blau/ weiß lackierte Boot auf mich zu. Kurz darauf sitze ich an Bord, knabbere Cookies und trinke einen Becher aromatischen Tee. Wieder mache ich mir bewußt, an welchen besonderen Stellen, die kaum andere Taucher zuvor besucht haben, ich im Verlauf der letzten Tage neue und unvergeßliche Eindrücke sammeln konnte.
 
Da scheinen Steigerungen kaum mehr möglich und doch sind sie machbar. Da erzählt Peter, der Biologe, von einem kapitalen Hummer, der gut und gerne seine 25 Jahre auf dem harten Buckel haben dürfte und den er bei seiner Fotosafari am Tauchplatz Cape Hogan entdeckte. Auch meine Videokamera will gefüttert werden und wieder verschwinde ich im dichten Kelp, das hier richtige Vorhänge vor unzähligen Höhlen und Grotten aufgezogen hat. Nicht zu viel versprochen, der Altmeister im Scherenkampf, den ich in seiner Höhle antreffe, zeigt einige Spuren gewonnenen Zweikämpfe. Wer in einem so stark nach Hummern befischten Gebiet überlebt, der muß ein Weiser unter den Krustentieren sein. Für kurze Zeit tauchen die Scheinwerfer meiner Videoanlage sein Domizil in ungewohnte Helligkeit. Doch bald schon lasse ich den einsamen Ritter in seiner gut getarnten Burg alleine und wünsche ihm und mir ein Wiedersehen, - vielleicht im nächsten Jahr.
 
Blindflug kann sich Ingo auf der Tury erlauben, mit den Geräten dazu ausgestattet findet er alle Wege, zum Tauchziel und zurück an den einsamen Steg. Blindflug kann ich mir nicht erlauben auf den langen Trips quer durch Nova Scotia. Entfernungen zählen völlig anders, die wichtigen Straßen verweisen in ihrem generellen Verlauf auf die Himmelsrichtung. An der Arrow nicht benötigt, jetzt funktioniert die Navigation im klimatisierten Mietwagen oft nur mit dem Kompaß. Zum Einkaufen in der Mall sind es eben mal 50 Kilometer, zum kleiner Grocer 7 Kilometer. Meetingpoint bei O.J. Kein Hinweisschild in Little Anse weist zu seinem General Store. Holzfällerhemden und Jagdgewehre, Baseball - Mützen und Regenkleidung, Hardware für den kanadischen Busch. Und kommen die Kunden nicht zu ihm, sein kleiner Truck transportiert die Waren zum Ort der Begierde.
 
Die langen Winter bringen die Leute hier auch auf unnachahmliche Ideen, wie O.J.`s Schwager. Er baut Auto - und Truckmodelle aus Holz, mit Ladung und nach Kunden- wünschen. Kein Detail fehlt, alles beweglich, kein Metall- teil steckt im Modell, alles bestes kanadisches Holz. Zu haben, das aufwendigste Modell, für etwa 1000,-- Mark - Prädikat einmalig.

Ich muß langsam aufpassen, ich bin in Gefahr süchtig zu werden. Hier ist das Bermuda - Dreieck, ich bin mittendrin. In Kanada unterzutauchen, der ziellosen Dynamik der alten Welt lebe wohl zu sagen, die Versuchung wird immer größer. Doch noch immer weist die zitternde Kompaßnadel den Weg durch Nova Scotia. Kaum ein Straßenkilometer auf Cape Breton, der links und rechts des Highway nicht neue atemberaubende Blicke auf Seen, Meeresarme oder Flüsse freigibt.
 
Und alles unberührt. Weitläufige Seeufer und Buchten ohne eine Menschenseele, ohne ein Boot, ohne Parkplatzwächter und Würstchenbude. Die Zeit steht still. Ausnahme: Point Michaud, ein traumhafter Atlantikstrand von über einem Kilometer Länge, mit 25 Familien als Badegästen - in der Hauptsaison! Irrfahrten, trotz Kompaß, in Kanada schnell passiert. Nicht alle Straßen sind befestigt. Schotterpisten laden zu Abstechern in noch abgelegenere Gegenden ein. Das Kartenmaterial ist dürftig und schnell ist die Übersicht verloren. Ungewollte Rundfahrten wie zu Loch Lomond, malerisch und wild, liegt er noch einsamer als sein alt - schottischer Bruder, bringen den Respekt auch vor der Natur über Wasser zurück, deren Farben überschwenglich durch Nova Scotia führen. Die Häuser, die Scheunen leuchten oft von weit her in sattem Rot, Blau, Türkis. Im Sommer Kontrapunkt zum üppigen und fetten Grün der Vegetation, im Winter Anhaltspunkt für eines der weit verstreut liegenden Anwesen, im grellen Weiß tief verschneiter Landstriche. Geschichten erzählen die unzähligen Wracks in der Chedabucto Bay, die längst noch nicht alle entdeckt sind. Pionier- geist auch unter Wasser. Wo gibt es das noch, unterzutauchen an Stellen, die wahrscheinlich noch nie von anderen Aquanauten besucht worden sind. Jeder Flossenschlag Neuland, kein Tauchguide, der vorher schon haarklein erzählt, was gefunden werden wird....
 
Dafür bietet Kanada viel Platz, ein paar Steinwürfe weg von der alten Welt, offen für ganz persönliche Erlebnisse. Lebendige Geschichten erzählt das Fortress of Louis- bourg. Ein Schritt, vorbei an der Wache vor der Zug- brücke, ihr glaubhaft gemacht, daß man kein Spion sei, und man schreibt das Jahr 1740. Soldaten, Bürger, Mägde in alten Gewändern, in alten Häusern und Stuben. Das Magazin steht offen, große Vorräte sind eingelagert für alle Fälle. Es herrschte Reichtum in diesem strategisch wichtigen Fort, von Fischfang und Handel. Die Franzosen stachen mit Louisbourg den Engländern einen tiefen Stachel ins Kolonialfleisch. Neid und Begierde, zweimal metzelten die Engländer Louisbourg nieder, zuletzt vernichtend.
 
Die Nachfahren der Belagerer hatten ein Einsehen und jetzt lebt das Fortress wieder, friedlich, Geschichte zum Anfassen. Der berühmteste Schotte in Nova Scotia ließ sich in Baddeck nieder, frisch aus dem Edinburg der alten Welt angereist. Alexander Graham Bell, der Erfinder des Telefons wird in dem turbulenten Seglerparadies mit einem Museum geehrt. Gegensatz: Ich bin glücklich gerade telefonisch nicht erreichbar zu sein....
 
Halifax, die Hauptstadt von Nova Scotia, fast nervig geschäftig nach drei Wochen Wildnis. Ein paar Wolkenkratzer, spiegelnde Glasfassaden. Die historischen Pieranlagen im Hafen, Gaukler und Pommes Frittes. Ein wenig Key West, ein wenig Carnaby Street. Vorbereitung auf die Hektik in der alten Welt vor dem Rückflug. Ich möchte jetzt am liebsten wieder bei Arthur und Maria im gemütlichen kleinen Restaurant “Schöpflöffel” sitzen und mich dem traumhaft zubereiteten Schellfisch hingeben. Das Loslassen fällt schwer, kommt man aus dem leibhaftigen “Island Paradise”. See you again, soon!

Kanada (amtl. Canada)

Staat in Nordamerika, mit 9.976.139 km2 das zweitgrößte Land der Erde, 26,7 Millionen Einwohner, Hauptstadt Ottawa, gegliedert in 10 Provinzen und 2 Territorien. Die zu rund 23% französisch, sonst englisch sprechende Bevölkerung besteht aus eingewanderten Weißen vorwiegend britischer und französischer Herkunft, daneben aus 370.000 Indianern und Eskimos.

Provinz Nova Scotia (Neuschottland) Hauptstadt Halifax (Kanadas wichtigster eisfreier Hafen), 87.000 Einwohner, 55.590 Km2, größte Länge ca 560 km, größte Breite ca 175 km, Halbinsel im Osten Kanadas, fast vollständig von Wasser umgeben. Unzählige vorgelagerte Inseln. Hügel und Mittelgebirgslandschaften, zu den Appalachen zählend. Hauptindustrie Holz und Holzerzeugnisse, Fischerei (Lachs, Kabeljau, Hummer, Hering)

Tauchen

Fast vollständig von Wasser umgeben, mit unzähligen Buchten, Halbinseln und vorgelagerten kleinen Inseln ist Nova Scotia ein Paradies für Taucher. Die dünne Besiedelung und die deshalb geringe Zahl kanadischer Taucher in dieser Region begründet die geringe Dichte von Tauchbasen. Tauchtourismus ist hier noch ein Fremdwort. Meist fahren kanadische Taucher mit Fischerbooten hinaus, die komplette eigene Ausrüstung mit an Bord.

Seit Ende der achtziger Jahre gibt es in Vollmer`s Island Paradise auf Janvrin Island eine deutsche Tauchbasis. Das Ressort mit 5 gemütlichen Blockhütten, einem renovierten Fischerhaus und einem Meeting House für Grillabende und Treffen der Gäste wird von Arthur und Maria Vollmer liebevoll geführt. In den Sommermonaten Juli - September leitet Ingo Vollmer die Basis und fährt mit seinen Gästen zu den schönsten Tauchplätzen vor Janvrins Island in der Chedabucto Bay. Die geräumige Tury ist speziell nach Wünschen von Ingo Vollmer als Tauchboot gebaut worden, im Stil der dort üblichen Fischerboote. Ausgestattet mit Echolot, GPS und Radar werden die Tauchplätze, auch bei Nebel oder Nachttauchgängen, zielsicher angesteuert oder jedes neu gefundene Tauchziel wiedergefunden. Längst nicht alle Wracks vor der “Haustüre” sind bereits lokalisiert, jeder Abstieg an einem neuen Ankerplatz bedeutet Neuland zu betauchen. Je Ausfahrt werden zwei Tauchgänge durchgeführt. Die 10 - Liter Aluflaschen füllt man an Bord in der Tauchpause. Trockentauchanzüge sind durchwegs empfehlenswert, je nach eigenem Wohlgefühl kann ab Ende Juli auch ein gut sitzender Halbtrockener genügen. An der Oberfläche erreichen die Wassertemperaturen bis 22° C, über dem Grund sind 7° C, ab August bis 14° C üblich. Das Wrack der Arrow ist das spektakulärste Ziel unter Wasser. Einst ein 300 Meter langer Tanker, der beim Aufprall auf den Cerberus Rock in zwei Teile zerbrach, steht das 170 Meter lange hintere Bruchstück aufrecht auf dem Sandgrund. Ab 8 Metern beginnen die Aufbauten. Weitere Wracks oder Tauchgänge in Kelpwäldern stehen auf dem Programm, Tauchgänge von Land sind auch möglich. Bis zu 10 Taucher können auf der bemerkenswert sauber und gut organisierten Basis mit Tauchshop mit Equipment versorgt werden. Specials: Videoseminare, meeresbiologische Seminare. Andere Aktivitäten: Kajak/Kanu fahren, Angeln, Surfen und Wasserski; familienfreundlich

Tauchprogramm: 10 Tauchgänge mit Bootsausfahrt, inkl. Flasche, Füllung, Blei circa 300 Euro

Der Film zur Story:

MANITOUS VERSUNKENER HIMMEL, Reisen und Tauchen in Nova Scotia, Kanada, Vertrieb Bavarian Video, 55 Minuten, € 25,25 Bestellnummer 26132, Bestellung: www.unterwasserwelt.de/html/mediashop.html

Info

Vollmer`s Island Paradise Inc. P.O. Box 53 - West Arichat, Richmond County, BOE 3 JO Nova Scotia Tel.: 001-902226-1507 Fax: 001-902226-9853

Anschrift in Deutschland, Buchung Marlin Tauchservice, Ingo Vollmer Fabrikstr. 94, 76337 Waldbronn Tel.: 07243-69016 Fax: 07243-69017 Info : www.marlin.de 

Eine kanadische Organisation bietet von Halifax oder Sidney aus verschiedene Kombinationen für englischsprachige Tauchexkursionen und Übernachtung an, die zwischen zwei und vier Tagen dauern. Dabei wird auch ein im Hafenbereich von Louisburg liegendes Wrack aus dem 17. Jahrhundert betaucht. Preise je nach Dauer, Anzahl der Tauchgänge und Umfang der Leihausrüstung, Unterbringung im Doppelzimmer, ohne Verpflegung von circa 320 CD bis 835 CD. Standard der eigenen Tauchausbildung mindestes 2-Stern/Silber.

Info:

Geddes Marketing & Development P.O. Box 975, Sydney, NS B1P 6L4 Attn: Trese MacInnis Tel.: 902-562-0748 Fax: 902-539-9401

Basen/Shops

Jo`s Dive Shop 296 Lincoln Street, Lunenburg, NS BOJ 2CO Tel.: 902-634-3443 Fax: 902-634-9190

Seascape Atlantic Society 30 Leaman Dr., Dartmouth, NS P.O. Box 33048 Quinpool B3A 2K9 Halifax, NS B3L 4T6 Attn: Roland Morrison Tel.: 902-463-3796 / 466-8832

Anreise

Mit AIR CANADA ab Frankfurt über Toronto nach Halifax oder Lufthansa.

Mietwagen

Ab Halifax, Fullsize 1 Woche ohne Km - Begrenzung circa 360 CD (Kanadische Dollar), zuzüglich ca. 20 CD Vollversicherung pro Tag

Klima

Jahreszeit - Temperatur (Min./Max.)

Frühling 2°C / 16° C (Mai), Sommer 10°C / 25° C (Juli/August), Herbst 2°C / 15° C (Oktober), Winter -13°C / 1°C (Jan./Febr.)

Monat - Wetter

März:Tage werden milder, Abende kühl, Schnee verschwindet; April - Mai: Warme Tage, kühle Nächte, das Land wird grün; Mai - Juni: Warme Tage, kühle Nächte; Juli und August wärmste Sommermonate, Tage vereinzelt über 30°; September: Warme Tage, kühle Abende Oktober - November: Kühl, die Blätter fallen, herrliche Farbstimmungen im Indian Summer; Dezember: Schnee ab Mitte des Monats; Januar - März: Winter mit teils strengem Frost und viel Schnee;

Einreise: EG - Bürger mit mindestens 6 Monate gültigem Reisepaß benötigen kein Visum.

Geld: CD (kanadischer Dollar)

Strom: 110V/60H (auf der Basis von Ingo Vollmer auch 220 V (zum Laden der Lampen)

Essen und Trinken:

Die Küche Kanada`s entspricht allgemein der amerikanischen. Fisch und Hummer sind saisonal besondere Leckerbissen. Ausgesprochene Spitzenlokale finden sich in Nova Scotia kaum. Ein Geheimtip ist der Schöpflöffel von Vollmer`s Island Paradise. Nur auf Vorbestellung werden stets frisch Fisch, Fleisch und vegetarische Gerichte in Spitzenqualität von Maria Vollmer zubereitet.

Weitere Informationen:

Canada Tour Program, Versandstelle Fax 06181-497558

Kanadisches Konsulat, Düsseldorf Tourismusbüro, Tel.: 0211-172170

Tauchen in Nova Scotia im Internet http://cfn.cs.dal.ca/Recreation/EastCoastDive/Index.html

Dieser Server befaßt sich ausführlich mit allen Tauchaktivitäten in Nova Scotia, wobei ein weites Feld dem Wracktauchen gewidmet ist. Ausführliche Ortsangaben, Beschreibungen und zum Teil Bilder der Wracks, Details unter Wasser oder alte Aufnahmen der gesunkenen Schiffe zu ihren Einsatzzeiten. Für die Atlantikliebhaber wird die aktuelle Wassertemperatur bei Halifax bekanntgegeben.