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Michael Goldschmidt 5.99

Willkommen im Daylight-Club. Zum Firmenjubiläum - 25 Jahre kowalski - Unterwasserlampen - zeigte der bekannte Hersteller aus Berlin zur BOOT ´99 die neue XENON. UnterWasserWelt nahm das gute Stück zum harten Test nach Brasilien mit, als Video- und Taucherhandlampe. Die Ergebnisse überzeugten rundum das Testteam und staunende Beobachter. Ein echtes High- light also im breitgefächerten Angebot der Berliner.
 
Da kamen die brasilianischen Tauchgangbegleiter aus dem Staunen nicht mehr heraus. Soetwas hatten sie noch nie gesehen oder gar in der Hand gehabt: Eine Lampe so strahlend hell, mit fast weißem Licht und dennoch handlich. Die XENON schlug ein, wie eine “Bombe”.

Was das Entwicklungsteam um Erich Kowalski, der 1974 die ersten Taucherhandlampen konzipierte, mit der neuen XENON verwirklicht, kann sich wirklich sehen lassen. Im äußeren Erscheinungsbild weicht die XENON nicht von der bekannten Lampenserie ab. Rohrform, eloxiert in einer von 10 Gehäusefarben (Rot, Gelb, Silber, Schwarz; Grün, Gold, Blau, Türkis, Violett, Pink), Bügelgriff mit zwei Bohrungen (Befestigungspunkte von Sicherheitstampen oder Videohalterungen), zweifarbige Funktionsdiode und Außenladestecker, all das kennt man von den kowalski - Lampen bereits. Erst der Blick in den Reflektorraum zeigt deutlich, daß hier kein herkömmlicher Halogenbrenner, sondern ein Hightech-Leuchtmittel zur Lichterzeugung eingesetzt ist. Dieser aus Nobelklasse-Automobilen bekannte und in der Analysetechnik verwendete winzige Küvettenbrenner, der mit einem unter Druck stehenden Gasgemisch gefüllt ist, verwandelt bei nur 24 Watt Leistungsaufnahme die XENON in einen Lichtriesen mit einer Lichtabgabemenge, die mehr als 50 Watt eines herkömmlichen Halogenbrenners entspricht. Da ausschließlich das Gas leuchtet und keine Glühwendel erforderlich ist, kann dieser Brenner praktisch nicht “durchbrennen”. Erst nach einer Betriebszeit von gut 500 Stunden beginnt langsam ein Prozeß der Helligkeitsreduzierung, da die Wandungen des Küvettenbrenners an Transparenz verlieren. Zudem kann die kugelige Brennkammer den thermischen Einflüssen nach dieser Einsatzzeit nicht mehr so gut widerstehen.. Rechnet man dies auf die Lebensdauer von Standardbrennern um, so kommt rasch eine Rechnung zustande, die trotz höherer Anschaffungskosten der XENON über die Jahre des Einsatzes eine ausgeglichene Bilanz als Ergebnis zeigt. Wird die XENON nicht gestohlen oder versinkt sie irgendwo in unerreichbaren Tiefe, ist sie eine Lampe für ein ganzes Taucherleben. Nur die Akkus werden im Abstand von einigen Jahren einen Austausch nötig haben, eben wie bei jeder “normalen” Handlampe. Form und Größe des Brenners erfordern auch einen neu konstruierten Reflektor,. Das vorliegende Ergebnis stellt voll zufrieden, die Lichtverteilung beim 100° Floodreflektor ist

einwandfrei und auch für Videozwecke geeignet. Als Anmerkung dazu, auch wenn die XENON mit einer Farbtemperatur von 4700 Kelvin leuchtet und mehr Rotanteile im abgegebenen Farbspektrum aufweist als mittleres Tageslicht bei 5600 Kelvin, eignet sich durch die Filterwirkung des Wassers die XENON (wie jede Tageslichtquelle) nur auf kurze Distanzen als Video- und Filmlicht. Wird ein Lichtweg von 1,5 Metern überschritten (Lampe-Motiv-Kamera), werden die Farben spürbar kühler als bei Halogenlicht. Anders die Wirkung für das Auge des Tauchers. Gerade bei Nacht- tauchgängen werden wesentlich mehr Details erkannt, als bei Halogenlichlampen, da der höhere Blauanteil im Spektrum der XENON die Wassermassen weiter durchdringt und im Auge selbst die Farbempfindlichen jene Sensoren besonders anspricht, die bei geringen Beleuchtungsstärken zum tragen kommen (grünblaue Farbachse).

Wahlweise ist die XENON auch mit einem Spotreflektor, 9° Leuchtwinkel, erhältlich. Doch dieses starke und gebündelte Licht hat vorwiegend in schwebstoffreichen Gewässern seine Berechtigung, wenn der ansich für die meisten Beleuchtungszwecke verwendbare Floodreflektor denn doch zu viele Schwebeteile anstrahlt. Daran muß man sich auch erst gewöhnen, das Tageslicht regt wesentlich mehr Bestandteile im Wasser zur Reflexion an. Das Licht ist stets die eine Seite einer Lampe, die unsichtbare Technik dahinter die andere. Man kann sagen, daß Erich Kowalski wohl die längste Erfahrung mit Taucherhandlampen hat, die zum Laden nicht geöffnet werden müssen. Die heutigen Produkte können dahingehend als problemlos bezeichnet werden. Ausgesuchte Akkus (Sanyo), absolut funkenfreie Schalttechnik, wirksamer Tiefentladeschutz und optimal auf die Akkus abgestimmte Ladegeräte zeugen vom höchsten Niveau der aktuellen Lampenserie. Sollte ein gasender Akku, das kann objektiv gesehen auch in jeder anderen Taucherhandlampe beim Einsatz vorkommen, den Innendruck über ein festgelegtes Maß ansteigen lassen, so kann sich der mit zwei Madenschrauben am Gehäuserohr fixierte Einschub (Akkus, Brenner und Elektronik) vom Rohr trennen und eine Entlüftung herbeiführen. Die Gewindebohrungen der Madenschrauben sind entsprechend ausgelegt. Doch normalerweise wird der Besitzer einer XENON das Innenleben seiner Lampe nie zu Gesicht bekommen, da es für ihn bei diesem Lampentyp keinerlei Anlaß für Eingriffe gibt.

Eine Erwärmung des Lampeninneren über 40° C unterbricht den Ladevorgang, lange bevor kritische Temperaturen erreicht sind. Die Diode im Lampenboden blinkt dann rot. Getrennt vom Netz muß die Lampe dann abkühlen, bevor der Ladevorgang erneut anlaufen kann. Da es zu unseren Gewohnheiten zählt auch im Test auf die Lagerung der Lampen im Schatten und entfernt von jeder anderen Wärmequelle (Bootsmotor usw.) zu achten, hat selbst im heißen Brasilien diese Sicherheitsschaltung nie auf sich aufmerksam machen müssen Zu beachten ist auf jedem Fall, daß die XENON ausschließlich unter Wasser in Betrieb genommen werden darf.

Aktuell kann nach den Jahren der Erfahrung die Ladetechnik von außen gut gefallen. Dies ist auschließlich mit NiCD-Akkus möglich, andere eignen sich nicht dafür. Verpolungssicher sind die Anschlüsse, man muß nicht auf bestimmte Stecker achten, einfach anschließen, fertig. Das neue kleine Tischladegerät mit Funktionsdiode trägt das CE-Zeichen und schaltet automatisch zwischen Eingangsspannungen von 120V bis 240V, 50/60 hz, um. Innerhalb von nur drei Stunden ist der Akku (12V/3,0Ah) regeneriert. Das läßt sich sehen. Damit stehen wieder 60 Minuten Leuchtzeit zur Verfügung.

Schaltet man die Lampe ein, bringt eine Zündspannung von 10.000 Volt das Gas im Kolben zum leuchten. Es dauert einige Sekunden, bis alle für den Aufbau des Spektrums notwendigen Bestandteile ihre Wirkung zeigen. Dies und die Tatsache, daß häufiges Ein- und Ausschalten den Alterungsprozeß des Küvettenbrenners beschleunigen läßt raten, die Lampe während des gesamten Tauchgangs eingeschaltet zu lassen. Die lange Brenndauer und die kurze Ladezeit machen es möglich.

Die praktische Erprobung der XENON hinterließ einen durchweg guten Eindruck. Bei den allerorts unterschied- lichen Stromspannungen in Brasilien kann gleich das Ladegerät positiv erwähnt werden. Dazu die gelungene Form des Bügelgriffs, sicher hängt die Lampe im Gurt der Ausrüstung. Der Schalter, ein Markenzeichen von kowalski, liegt griffgünstig in der Bodeneinheit, dazu der versenkte Schieber der Einschaltsperre. Mit und ohne Handschuhe ist das Handling tadellos. Mit etwa 800 Gramm Abtrieb ist das gute Stück vergleichsweise leicht. Die Lichtleistung überzeugt, dazu die bei Nachttauchgängen differenzierter wahrnehmbare Umgebung. Gewöhnungsbedürftig ist die Menge der nunmehr sichtbaren Schwebstoffe. Insgesamt macht die XENON Spaß, auch wenn der Einstiegspreis deutlich über dem Durchschnitt einer ähnlich lichtstarken Halogenlampe liegt.
 
 
Info: Kowalski Unterwasserlampen GmbH

Hersteller, Typ: Kowalski XENON
Material: Alu
Frontscheibe: Mineralglas
Tauchtiefe: mehr als 200 Meter
Brenner: 24 W Xenon Gasentladung
Brenndauer: 60 Minuten
Leuchtwinkel: Spot 9°, Flood 100°
Schalter: mechanisch
Akku: NiCD 12V/3,0Ah
Tiefentladeschutz: ja
Maße (Länge/Durchmesser): 242mm, 80mm
Gewicht: 1.890 Gramm
Abtrieb: 640 Gramm
Ladezeit: maximal 3 Stunden
Farbtemperatur: 4700 Kelvin
Preis: ca. Euro 740,86 Stand 5.99