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by Heike Loos 2.01

Ein Inseltest ohne Vorankündigung und VIP - Status eines Reiseautors kann ein harter Brocken für das besuchte Ziel sein. UnterWasserWelt erhielt von Heike Loos, die als normale Urlauberin drei Wochen auf Machchafushi verbrachte, eine aktuelle Schilderung

Am 15. Dezember 2000 erreichten wir in Düsseldorf gegen 22:00 Uhr pünktlich die LTU Maschine zum Direktflug Richtung Male. Der schon am Vorabend ermöglichte Pre-Check wurde genutzt und als äußerst komfortabel registriert, lediglich das Handgepäck, das in erster Linie aus der Fotoausrüstung bestand, musste (unauffällig) an Bord getragen werden. Der Nachtflug nach Male verlief sehr ruhig und nach gut 10 Std. Flugzeit setzte die Maschine auf dem Flughafen Hulhule auf. Vorbei die Zeit der einst unklimatisierten Ankunftsbaracke, jetzt wird auf dem relativ familiäre Flugplatz freundlich und unkompliziert abgefertigt. Handkontrollen des Einreise - Gepäcks übernehmen mittlerweile moderne Scanner, die vor allem nach Flaschen (Alkohol) fahnden.

Schon nach kurzer Zeit bietet sich dem Urlauber jenseits der Zollabfertigung der erste Blick auf den in allen Grün- und Blautönen schillernden Indischen Ozean. In der Regel entsteht jetzt eine, wenn auch unerheblich kurze Wartezeit auf den Weitertransport per Bus zum Terminal des Wasserflugzeuges. Diese sollte man nutzen ein paar Flaschen Mineralwasser im nahen Store zu erstehen, denn das warmfeuchte Klima treibt den Schweiß in Mengen auf die Haut und hierfür muss reichlich Ausgleich geboten werden. Die allgemeine Währung ist der amerikanische Dollar und davon werden im Verlauf des Urlaubs so einige für Mineralwasser eingesetzt werden müssen.

Die kleine Wartehalle der Wasserflugzeuge ist nur etwa drei Busminuten entfernt, das Gepäck wird automatisch weitergeleitet. Der Transport zur Insel mit dem Wasserflugzeug dauert ca. 40 Min und ist eine weitere positive Einstimmung auf den bevorstehenden dreiwöchigen Aufenthalt, auch wenn man sich wünscht endlich am Ziel anzukommen und das zauberhafte Wasser zu spüren, das man bis jetzt nur aus der Entfernung – meist aus der Luft – gesehen hat. Wunderschön zeigt sich der Indik aus der Vogelperspektive, unter uns die bekannten vereinzelten "Spiegeleier".

Nur 10 Bootsminuten von Machchafushi entfernt manövriert der Pilot die Maschine an einen Schwimmponton, das Inseldhoni wartet bereits auf uns. Der freundliche Empfang durch die Reiseleitung an Bord des Dhonis unterstreicht den nun folgenden traumhaften, optisch ersten Eindruck der Insel vom Meer aus. Wer mehrere Malediveninseln besucht hat, weiß gerade die Schlichtheit dieses sehr natürlich belassenen Islands ohne Wellenbrecher, mit dem phantastischen Sandstrand, besonders zu schätzen. Diese Insel ist nicht zugekachelt, drei Wochen lang kein Schuhwerk an den Füßen - das ist es !

Die etwa 50 Bungalows teilen sich in Kategorie Garden und Beach auf, die Garden - Bungalows sind relativ neu und von besserer Ausstattung. Die Beach - Bungalows sind nur dann zu empfehlen, wenn die Bungalownummern 147-152 gebucht werden können, nur diese liegen unmittelbar am traumhaften Sandstrand. Hier ist der deutlich zu Buche schlagende Mehrpreis gerechtfertigt. Es können aber auch Stelzenbungalows gebucht werden. Sehr erfreulich: Die Insel ist frei von Sandflöhen und zu unserer Aufenthaltszeit war auch kein einziger Moskito in Sicht, eine Wonne !

Die Küche der Insel verdient äußerstes Lob. Das Frühstück in der Auswahl eher spärlich, Mittag und Abendessen lassen jedoch keine Wünsche offen. Hervorragende Speisen mit stark indischem Einschlag und daher würzig bis scharf, aber vielfältig, dazu einmal wöchentlich maledivisches Buffet. Der Inselmanager kümmert sich persönlich um die Belange der Besucher, er ist tatsächlich ansprechbar und offen für die Wünsche und Sorgen der Urlauber. Unterhaltung ist bis auf die Dienstags veranstaltete Disco keine anzutreffen dies wird aber auch nicht vermisst, Animation würden wir eher als störend in dieser Idylle empfinden.

Für uns steht natürlich das Tauchen im Vordergrund. Schon am Tag der Ankunft haben wir Kontakt zur Tauchbasis aufgenommen. Der grundsätzlich erforderliche Checktauchgang wird schon am nächsten Morgen am Hausriff abgehalten, alles läuft professionell und unkompliziert ab. Die Basisleitung, Thomas Meyer und Zissi Nast, ist freundlich, die weiteren 5 Tauchguides unterstützen ebenfalls tatkräftig das Team. Taucher, die Leihausrüstung benötigen, können auf ausreichend Material in gepflegter Qualität zugreifen.

Getaucht wird grundsätzlich mit Computer, auch dieser ist bei Bedarf an der Basis auszuleihen. Das Hausriff ist hervorragend vom Strand aus erreichbar über 4 Kanäle rund um die Insel ist dieses in 4 Segmenten betauchbar. Wie fast überall im indischen Ozean sind die Korallen auch an diesem Riff stark in Mitleidenschaft gezogen, trotzdem hat dieses Riff durchaus seinen Charme. Man trifft viel Kleinfisch, Langusten und Schwarmfische an. Wir sind hier immer wieder gern ins Wasser gegangen. Der Hit ist ohne Zweifel das 1999 versenkte Wrack MV Kudhi Maa.

Dieser japanische Frachter wurde direkt am Hausriff versenkt. Die Schraube liegt auf ca. 30 m Tiefe. Von hier aus kann man gemächlich bis zu den Aufbauten in ca.14 m hinauftauchen. (Länge: 52 m Breite: 9 m)

Große geöffnete Luken laden auch den ungeübten Taucher ein, einen Blick in den Laderaum zu werfen. Unter dem Schiff schlief häufiger ein recht stattlicher Ammenhai von ca. 2,5 m . Eine Vielzahl von recht großen Rotfeuerfischen im Kranhaus an Deck des Frachters rundet das Abenteuer vollendet ab, hier kann über viele Tauchgänge hinweg immer neues entdeckt werden.

Mit den üblichen Tauchausfahrten der Dhonis gelangt man zu einigen teils noch sehr intakten Riffformationen. Über die Qualität dieser Spots waren wir angenehm überrascht. Die Ausfahrt zu den Tauchgebieten dauert in der Regel ca. 40 Min, getaucht wird im Buddysystem, die Betreuung und das Briefing sind sehr professionell.

Erwähnenswert ist der ebenfalls nahegelegene Manta-Point. Dieser wird je nach Strömung mehrfach in der Woche angefahren. Wir haben hier öfters Mantabegegnungen mit bis zu 6 großen Tieren gehabt.

Last but not least muss der Maledivenurlauber immer die unterschiedlich starken Strömungsverhältnisse im Innenatoll zur Kenntnis nehmen. Diese können zwischen fast nicht wahrnehmbar bis hin zu sehr stark variieren.Von Machchafushi aus betaucht man auch die Außenriffe, dort sind dann sehr schöne und langgestreckte Rifftauchgänge die Regel.
 
Fazit:

Der Urlaub war perfekt. Die Insel ist unbedingt empfehlenswert auch für Urlauber, die einfach mal die Seele baumeln lassen wollen. Die am sehr gepflegten Swimmingpool gelegene Coffeebar lädt zu märchenhaften Sonnenuntergangs - Sessions ein. Wer mit dem wechelshaften Dollarkurs, der auf den Malediven den Ton angibt, leben kann, wird den Urlaub nicht bereuen.

Neben den reinen Reisekosten sollte man etwa 800 Mark pro Woche pro Person, für Tauchen (Non Limit) und Getränke einkalkulieren, dann allerdings wird auf nichts verzichtet, zwei Tauchgänge (Ausfahrten mit Dhoni) am Tag angesetzt.

Reisezeit:       Dez/Jan  2000/2001
Flugzeit:        ca. 10 Std.
Fluggesellschaft:  LTU
Reiseveranstalter: Sub Aqua

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