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by Marion Rost 8.02

Als die Redaktion UnterWasserWelt bei Marion Rost anfragte, ob die Geschichte von ihrem unter Wasser fotografierenden Buddy Marc (9 Jahre) für das Magazin produziert werden könnte, dauerte es kaum 36 Stunden, dass Text und Bilder vorlagen. Die Idee dahinter: Kids können die besten Begleiter ihrer Eltern werden und auch schon früh mit der UW - Kamera auf Pirsch gehen. Marc gab uns den Anstoss für den Fotowettbewerb 2002 exklusiv für Kids: Marc Rost Fotosub für Kids.

Wo soll ich nur anfangen? Ich schreib einfach drauf los. Mal sehen.

Vor zwei Jahren waren wir, mein Sohn Marc und ich, in der Dominikanischen Republik im Urlaub. Während wir so schön am Pool lagen oder im Wasser tobten, sahen wir jeden Tag zur gleichen Zeit komische Gestalten. Es waren Urlauber, die mal ins Tauchen reinschnupperten. Das sah interessant aus das musste ich auch versuchen. Gesagt getan! Also in die Ausrüstung und ab in den Pool. Die Übungen wie Maske ausblasen und solche Scherze fand ich nicht so toll ich wollte einfach nur mal tauchen! Es klappte alles prima, so als ob ich das schon immer gemacht hätte. Nur leider war der Urlaub schon fast vorbei und ich kam nicht mehr ins Meer, der Rückflug war zu kurzfristig. Schade! Aber eins war klar das wollte ich unbedingt wieder versuchen.

Der nächste Urlaub ging dann auf die Malediven. Ich las nur "Schnuppertauchen " und schwups war ich angemeldet. Mich wundert immer noch, dass ich nach diesem Trip ins offene Meer das Tauchen nicht an den Nagel gehängt habe, denn es ging alles schief was nur schief gehen kann. Erst mal war die Gruppe viel zu groß Sieben Tauchschnupperer auf einen Instruktor! Na gut, das wusste ich damals ja noch nicht! Also Ausrüstung an, kurzes Briefing und ab gings, einen Pool gabs ja nicht und ich freute mich aufs Meer. Wie immer am Anfang die üblichen nicht so tollen Übungen. Jeder bekam es nicht hin aber das war dem Instruktor eigentlich egal – war ja nur Schnuppertauchen! Die ersten paar Meter dachte ich noch " Soviel Wasser über mir " und Panik wollte sich einschleichen. Ich sagte mir" Ganz ruhig das machst du schon " und so gings weiter an den Abstieg. Bei 12 m angekommen hielt mich plötzlich jemand von hinten fest. Ich sah mich um und was ich da sah gefiel mir gar nicht! Niemand hielt mich fest! Ich hatte mich mit den ganzen Schläuchen, viel zu vielefür meinen Geschmack, in irgendwelchen Korallen am Riff verfangen. Da baumelte ich nun und wusste nicht weiter. Von der Gruppe war niemand mehr zu sehen. Was jetzt?! Ich beruhigte mich und versuchte mich los zu fummeln. Irgendwie schaffte ich das dann auch. Gott sei dank. Nun galt es, die Gruppe wieder zu finden. Ich hielt Ausschau nach Schatten oder Umrissen. Dann sah ich Luftblasen. Das mussten sie sein. Hatten sie mich vielleicht vermisst? Ich schwamm auf die Blasen zu und tatsächlich, da war meine Gruppe. Die hatten überhaupt nicht gemerkt, dass eine gefehlt hatte. Na gut, ich war erleichtert. Und schon sah ich die nächste Katastrophe auf mich zukommen: Eine neongelbe Flosse traf mein Gesicht und die Maske war weg! Was jetzt? Ich behielt die Nerven und suchte nach dem guten Stück. Weit war sie noch nicht gesunken. Jetzt gings ans Ausblasen - wo ich das doch sooo haßte. Komischerweise klappt immer alles, wenns sein muss. Als sich meine Taucherbrille endlich wieder mitten in meinem Gesicht befand und kein Wasser mehr drinnen war, schaute ich auf meinen Tiefenmesser und war begeistert: 18 Meter!! Voll genial dieses Schnuppertauchen!

Und weiter gings...

Kaum zu Hause angekommen stürzte ich in einen Tauchladen in meiner Stadt. Dieser hatte erst seit kurzem geöffnet und kam wie gerufen.Ich rief vor einem Besuch dort an und fragte nach allen möglichen Details. Man sagte mir es wäre besser wenn ich mal vorbei käme und mein Kind könnte ich auch mitbringen. Am nächsten Tag stand ich also im Tauchladen. Meine erste Frage war: "Wie tief darf ich tauchen wenn ich bei euch den Tauchschein mache?" Der Tauchlehrer sah mich ganz komisch an. Er wusste nicht so richtig was ich von ihm wollte. Also fing er an zu erklären: "Wenn du den Open Water machst darfst du bis 18 m tauchen .... .. Ich hörte, nur bis 18m ? Da musste ich nachfragen. Da konnte doch irgendwas nicht stimmen! Ich sagte" Willst du mich jetzt verarschen? Da war ich doch schon beim Schnuppertauchen! " Und wieder sah er mich ganz irritiert an und meinte " Beim OWO darfst du bis 18m tauchen " er meinte wohl das wäre tief. Ich erkundigte mich noch wann ich denn tiefer dürfte und er erzählte mir noch vom A 0 WO. Da musste ich eben klein anfangen. Zur Theorie nahm ich meinen Sohn Marc mit. Er hörte aufmerksam zu und beantwortete auch die eine oder andere Frage. Der Tauchlehrer gab einen Überblick über die Ausrüstung und vergaß die Flasche zu erwähnen. Marc fiel das gleich auf und er sagte das auch. Er war immer mit dabei wenn seine Mama in die Schwimmhalle oder zur Theorie musste. Es interessierte ihn wie man die Ausrüstung zusammen baut u.s.w. Endlich hatte ich dann meinen OWD und war ganz stolz. Der nächste Urlaub stand an, und somit mein allererster richtiger Tauchgang mit Brevet! Es ging auf die Seychellen. Ich stürmte die Tauchbasis und zeigte stolz mein Brevet Zu meinem Pech sprach niemand deutsch und ich kein englisch! Wir verständigten uns mit Händen und Füßen. Der Diveguide gab mir komische Zeichen und ich sollte etwas aufschreiben. Ich war der Meinung er wolle wissen was ich wiege. Jedenfalls sah er mich immer so abschätzend von oben nach unten an! Ich schrieb auf den Zettel 50kg. Auf einmal fing der an zu lachen und legte sich auf den Boden. Lachte der mich aus? Langsam dämmerte es mir! Er wollte von mir wissen wieviel Blei ich brauche! Woher sollte ich das wissen? Das fing schon mal gut an. Glücklicherweise sind die Zeichen unter Wasser international und nicht auf englisch! *lach* Ich war so aufgeregt das ich den ganzen Tag mit niemanden sprach und mich nur fragte ob ich auch heil runter und vor allem auch heil wieder rauf komme. Immerhin war's ja mein erster Tauchgang im offenen Meer! Es ging alles gut und ich sah meinen ersten Hai. Zwar nicht besonders groß aber ich war glücklich. Wieder zu hause musste ich feststellen das man ja viel erzählen kann. Irgendwie wollte mir keiner so recht glauben das ich bei meinem ersten Tauchgang einen Hai gesehen hatte. Ein Unterwasser Fotoapparat musste also her. Mein erstes Gerät war eine ganz normale Kamera in einen wasserdichten Gehäuse. Bis 35m wasserdicht. Marc und ich knipsten fleißig. Er beim schnorcheln, ich tiefer. Nach einer Weile reichte mir die Kamera nicht mehr aus und ich konnte im Internet günstig eine fast neue MX 10 ersteigern. Damit gings natürlich viel besser! Mittlerweile habe ich es bis zum Rescue Taucher geschafft und bin gerade dabei den Divemaster zu machen. Marc fährt immer mit und fotografiert an Land und im Wasser. Sein liebstes Motiv bin immer noch ich. Das wird sich sicher ändern wenn er dann mal tiefer darf Jeder kennt ihn mittlerweile und er hilft mir wo er nur kann. Er bringt mein Equipment zum See, hilft mir beim Anziehen und würde am liebsten auch noch meine Flasche tragen. Die ist aber noch zu schwer für ihn. Im letzten Urlaub in Mexiko fotografierte er mich im Pool. Er nahm außerdem am Schnuppertauchen für Kinder teil im Pool natürlich! Das hat ihm gefallen! Er wartet nur noch auf den Tag an dem er endlich groß genug ist um selber einen Tauchschein zu machen und mit mir tauchen zu gehen. Schnorcheln macht ihm Spaß, aber da sieht man ja nicht sooo viel. Außerdem hat er immer Angst, wenn ich ins Meer gehe, dass ich von einen Hai gefressen werde. Dann könnte er ja auf mich aufpassen meint er immer. Ich würde dann zwar meinen kleinen Assistenten einbüßen, dafür aber einen neuen Tauchbuddy bekommen. Auch nicht schlecht! Und was gibt es schöneres als mit dem eigenen Sohn in die Geheimnisse der Unterwasserwelt ein zu tauchen?!