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2. Österreichische APNOE - Tauchmeisterschaften und APNOE - Tauch - Meeting 1999 in Gosau

 von Alexander Mejstrik

veranstaltet von der AIDA Österreich und unterstützt von: Gosau am Dachstein, Europäische Reiseversicherung. Josch Möbel und Wohnart, Cressi Sub, Tauchprofi, Bauer Poseidon, Mares

Um das APNOE-Tauchen als Leistungs- und Freizeitsport in Österreich zu fördern, veranstaltete die AIDA Österreich vom 13. bis zum 15. August in Gosau das Österreichische APNOE-Tauch-Meeting 1999 und die 2. Österreichischen APNOE-Tauch-Meisterschaften.

Die AIDA Österreich (Internationale Vereinigung zur Förderung des APNOE-Tauchsports - Sektion Österreich) organisierte nach dem geglückten Einstand im vorigen Jahr auch heuer wieder ein APNOE-Tauch-Meeting - und wieder fanden in dessen Rahmen auch die APNOE-Staatsmeisterschaften statt. Diese Verbindung sollte die "Zusammengehörigkeit von Freizeit- und Leistungssport" hervorheben.

Die AIDA Österreich stellte ein grosses Aufgebot an erfahrenen Sicherungspersonal zur Verfügung (die Sicherungstaucher/innen des AIDA Österreich RESCUE STAFF, weiters Sicherungsapnoisten, Sanitäter und zwei Ärzte), um für jeden möglichen Zwischenfall gerüstet zu sein.

Die 2. Staatsmeisterschaften dokumentierten die Entwicklung des Österreichischen APNOE - Leistungstauchens. Die Athleten traten dieses Jahr in 3 - nicht wie bisher in nur 2 - Bewerben an:

-in der statischen APNOE, dem Zeittauchen: Wie lange kann man tauchen?

-in der konstanten APNOE, dem Tieftauchen mit angehaltenem Atem und mit Flossen als einziger Antriebshilfe: Wie tief kann man tauchen?

-und - diesmal neu - in der dynamischen APNOE, dem Streckentauchen: Wie weit kann man tauchen?

Der Österreichische Meister 1999/2000 musste sich im APNOE-Triathlon als Allround-Apnoist beweisen. Diese Erweiterung der sonst üblichen 2er- auf eine 3er-Kombinationswertung (die Dynamik geht bislang, wenn sie überhaupt getaucht wird, in die Statik-Konstant-Kombinationswertung nicht ein) stellte einen Versuch dar, auf die “österreichischen” Bedingungen des APNOE-Tauchens zu antworten: “Österreichische” Bedingungen, das sind die besondere Situation von Freitauchern in einem eher kalten Binnenland. Darüber hinaus sollte der Wettkampf dadurch an Spannung und Vielfalt gewinnen.

Um dabei kein Ungleichgewicht zwischen den einzelnen Bewerben entstehen zu lassen, wurde der normale Umrechnungsschlüssel der Erweiterung angepasst. Wie im international gebräuchlichen Wertungssystem zählten 6 Sekunden bei der Statik 1 Punkt und 1 Tiefenmeter im See 1,32 Punkte. Nur bei der Dynamik brachten erst 3 - und nicht wie sonst 2 - ertauchte Meter 1 Punkt. Tatsächlich sollte die Rechnung aufgehen: Die Vielfalt der Bewerbe und die Idee, dass sich gute Apnoisten durch Vielseitigkeit auszeichnen müssen, bescherten uns äusserst abwechslungsreiche und spannende Meisterschaften.

21 Athleten traten zum Wettkampf den an, unter denen sich 2 Gäste aus Deutschland (Florian Pilz und Karsten Schneider) und 1 aus der Schweiz (Peter Weinmann) befanden. Und auch aus Ungarn waren 3 Apnoisten angereist, die sich dankenswerterweise als Vortaucher für die drei Meisterschaftsbewerbe zur Verfügung stellten. Hubert Maier, der mit 06 min. 32 sek. Sieger des Einzelbewerbs im statischen APNOE-Tauchen in El Gouna (RED SEA DIVE OFF , Juli 1999) geworden war und dort beim Teambewerb mit 06 min. 38 sek. einen neuen deutschen Rekord aufgestellt hatte, übernahm sehr engagiert, mit viel Kompetenz, aber auch Humor die schwere und wichtige Funktion des Start/Ziel- bzw. Zeitrichters bei den Bewerben.

Der 1. Tag des Meeting umfasste die beiden Poolbewerbe, die im Schwimmbad der Gemeinde Gosau abgehalten wurden. Beim 1. Bewerb, dem statischen APNOE-Tauchen, siegte der Klagenfurter Arzt Arnulf Isak mit 05 min. 02 sek. vor Harald Lautner (04 min. 54 sek.) und Willy Djordjevic (04 min. 32 sek.).

Beim 2. Bewerb, dem dynamischen APNOE-Tauchen, gewann Willy Djordjevic mit 125 m vor Gerald Schmidt (99 m) und Herbert Nitsch (100 m). Djordjevic verbesserte damit seinen eigenen österreichischen Rekord im Streckentauchen im 25 m Becken von 100 m, den er im Zuge des Derby International am 31. April 1999 in Nizza aufgestellt hatte.

Darüber hinaus tauchte der deutsche Apnoist Florian Pilz ohne Flossen 75 m im 25 m Becken, was, wenn alles mit der offiziellen Bestätigung klappen sollte, einen neuen deutschen Rekord darstellen wird (bislang gelten die von Hubert Maier getauchten 66 m als nationale Bestleistung). Und auch der Schweizer Gast Peter Weinmann zeigte sich als hervorragender Apnoist. Seine 100 m können - wiederum, wenn der Tauchgang von der AIDA Schweiz anerkannt wird - den Schweizer Rekord von Mario Merazzi (100 m in Nizza am 31. April 1999) erneuern.

Der 2. Meeting-Tag brachte den 3. Bewerb der Meisterschaften, das APNOE-Tauchen mit konstantem Gewicht. Das Wetter war beileibe nicht optimal, es hatte spürbar abgekühlt, die Sonne wollte nicht hervorbrechen, und schliesslich setzte auch noch ein richtiger Salzkammergut-Regen ein. All das störte den Ablauf des Bewerbes allerdings kaum, und der Gosausee bestach ganz wie erwartet mit ausgezeichneten Sichtweiten.

Die tiefsten Tauchgänge mit je -40 m gelangen Gerald Schmidt und Herbert Nitsch. (Da es sich beim Gosausee, der auf fast 1000 Höhenmetern liegt, um eine Bergsee handelt, entsprechen die Druckverhältnisse auf diesen -40 m denen von -44 m im Meer!) Die zweitbeste Leistung bot Arnulf Isak mit ganz souverän gemeisterten - 35 m. Im Gegensatz zu den beiden Hallenbewerben, bei denen es keine Disqualifikation oder Null-Punkte-Bewertung gegeben hatte, musste die Jury beim Tieftauchen in 4 Fällen auf Samba entscheiden und eine Disqualifikation (wegen Hochziehens am Wettkampfseil) aussprechen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Gosau, die am Zustandekommen des Meetings wesentlichen Anteil hatte, nahm zuletzt die Siegerehrung vor.

Preise ergingen an die Besten in den Einzeldisziplinen und an die Besten in den beiden Kombinationswertungen. Das Rennen in der Teamkombination machte Red Chilli (Ernst Wunder, Willy Djordjevic und Herbert Nitsch). Und zum Österreichischen Staatsmeister 1999 wurde Herbert Nitsch gekürt, der ganz im Sinn des Kombinationsgedankens in allen 3 Bewerben herausragende Leistungen geboten hatte.