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Augenblicke
Nichts zieht beim Betrachten von Unterwasserfotos oder Szenen, die einen Taucher, ein Model zeigen, mehr Aufmerksamkeit auf sich, als das verborgene Gesicht. Wer steckt dahinter, eine Taucherin, ein Taucher? Diese Antwort ist zweifelsfrei oft nicht zu geben, verweigert eine Kopfhaube zumindest die Analyse über die Haarpracht. Und sieht man dann bei einer Begegnung das verborgene Gesicht zufällig ohne Maske, fällt das Erkennen schwer.
 
Für die große Übersicht modeltauglicher Masken hat UnterWasserWelt eine Auswahl aus dem Standardangebot von 4 auf dem deutschspra- chigen Markt vertretenen Anbietern zusammengestellt. So finden sich die Brachenführer Mares und Scubapro im Test wieder, dazu der Hersteller Tusa aus Japan und der in Deutsch- land ansässige Anbieter der Produkt- linie Seaway. Hier nicht aufgeführte Hersteller haben durchaus auch das eine oder andere geeignete Produkt, diese werden zu einem späteren Zeit- punkt vorgestellt.

Testablauf
 
Formsache
 
Heiß her ging es beim Shooting im Studio von UnterWasserWelt. Dem Chefredakteur und den Models wäre es natürlich lieber gewesen am Strand einer Malediveninsel die Fotos zu produzieren, aber die Zeit drängte und so ersetzten die Scheinwerfer, zumindest was die Temperatur betraf, das gerade jetzt im Winter so begehrte Tagesgestirn. ...Von der Stirne heiß, rinnen muß der Schweiß... Ach ja, die Computerfreaks unter unseren Lesern sei gesagt, alle Modelfotos wurden ohne Film, ausschließlich digital aufgenommen.
 
Bis auf wenige Ausnahmen kamen sogenannte Einscheiben - Masken, also die Klassiker des Tauchmasken - Marktes, auf die Haut von Alexandra und Natalie, alle in mehr oder weniger transparenten Silikonrahmen gefaßt. Das macht Sinn, einmal ist hinter nur einer durchgehenden Scheibe ein Gesicht besser zu erkennen, zum anderen läßt der farblose Silikonrahmen von allen Seiten Licht in den Maskenraum einfallen. Trotzdem kamen auch Zweischeiben - Masken ins Rennen, darüber entschieden aber die ansprechende Form oder ein eigenwilliges Design.
 
Licht und Schatten
 
Die Lichtführung im Studio war den durchschnittlichen Beleuchtungsverhältnissen in klaren tropischen Meeren nachempfunden, also weich verteiltes Licht, das diffus überwiegend von oben kommt. Da bei Foto- und Filmaufnahmen unter Wasser in der Regel auch kein sogenanntes Spitzlicht gesetzt werden kann, also ein starkes Gegenlicht, das seitlich Gesicht und Schulter modelliert, wurde auch bei diesem Shooting darauf verzichtet.

Blickwinkel

Mit nur einer Frontalaufnahme gibt sich UnterWasserWelt nicht zufrieden. Drei Blickrichtungen des Model setzen die Gesamtwirkung der Maske erst ins Bild. Bei der direkten Sicht in die Kamera konnte eigentlich jede Maske Punkte sammeln, beim Blick mit 45° an der Kamera vorbei verschwand meist ein Auge, dafür wurde die Nase länger und es wurde deutlich, warum man auch immer vom Nasenerker spricht. Die Profilaufnahme zeigt dann deutlich, ob ein voluminöser Maskenraum das Gesicht füllig vergrößert oder ob auch aus dieser schwierigen Ansicht noch eine gefällige und zierliche Form die Proportionen nicht entstellt.
 
Sitz, Paßform und Gewicht
 
Nicht jedes Gesicht paßt zu jeder Maske, nicht jede Maske dichtet auf allen möglichen Gesichtsformen optimal. Sitz und Paßform wurden von den Models beurteilt sowie von der technischen Assistentin, die den Masken zum ordentlichen Gesamtbild verhalf. Die Schnellverstellung der Bänder klappte meist problemlos, dafür mußte beim Shooting schnell gearbeitet werden, da der unvermeidliche Beschlag der Glasinnenseiten unterschiedlich rasch auftrat. Gewichtig sind die heutigen Masken nicht gerade, das erklärte Leichtgewicht brachte gerade mal 195 Gramm auf die Waage, mit maximal 300 Gramm wurde das relative Schwergewicht ermittelt. Ein massiver Oldie aus dem UnterWasserWelt - Museum warf als Vergleichsergebnis 350 Gramm in den Ring.
 
Abgetaucht
 
Doch nicht nur unter den Studioscheinwerfern, auch in ihrem eigentlichen Element wurden die Masken erprobt. Das Wasser im Pool war auf knapp 30° Celsius aufgewärmt, also entsprechend den typischen Bedingungen, wie sie im Indik, der Karibik oder dem Roten Meer angetroffen werden. Hier wurde also der dichte Sitz wirklichkeitsnah begutachtet, das Anlaufverhalten der fabrikneuen Produkte untersucht sowie die Erreichbarkeit der Nasenerker, das A und O für komfortablen Druckausgleich. Was in verschiedenen Modellen der Tauchgeschichte zur Hightech - Ausstattung zählte, ein sogenanntes Ausblasventil im Nasenerker, ist heute eine echte Rarität, jedoch technisch wesentlich ausgereifter. Lediglich die TUSA TM8000Q verfügt in der Testauswahl über ein solches Ventil.
 
Boxenstop
 
Nach dem Tauchgang sehnt sich das Fenster zur Unterwasserwelt nach einem sicheren und dem Anschaffungspreis adäquaten Ruheplatz, am liebsten in einer bruchfesten Kunststoffbox. Was der Langlebigkeit und dem Schutz vor Verfärbung am nächsten käme, eine dunkel eingefärbte Box, die dem zerstörerischen Einfluß des Sonnenlichts begegnet, gibt es allerdings bei keinem der Anbieter. Transparenz ist auch hier angesagt, allerdings in unterschiedlicher Ausarbeitung der Verschlüsse, Deckel und Formgebung.

Beipackzettel
 
Gebrauchsanweisungen für Tauchmasken, Anleitungen zum kontrollierten Untergang, ja gibt es denn soetwas? In der Tat, es gibt sie. Hier haben sich aber nur zwei der Anbieter engagiert, TUSA und MARES. Die Japaner haben da an alles gedacht, mit Bildern und Grafiken wird haarklein erklärt, Hinweise und Warnungen ausgesprochen. In Italien machte man sich auch Gedanken, aber nicht so viele wie im fernen, fernen Osten. SCUBAPRO mit seiner amerikanischen Mutter verzichtet im deutschsprachigen Raum auf eine Sicherheitsunterweisung, wie sie in der neuen Welt wohl kaum verzichtbar ist. Dafür ist allein diesen Masken werkseitig ein Fläschchen mit Antibeschlagmittel beigepackt. Nun das mag auch daran liegen, daß man in USA als Barbar gilt, spuckt man nach Altväter Sitte gegen die Sichtscheibe.
 
Vorausgesetzt
 
Um alle Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen, UnterWasserWelt hat natürlich die grundlegenden Voraussetzungen zur Teilnahme am Test geprüft. So haben alle Masken eine CE-Prüfung und eine entsprechende Kennzeichnung, dazu selbstredend gehärtete Gläser, die mit der Aufschrift TEMPERED versehen sind. Ziel dieses Test ist die Aussage zu treffen, welche Masken eignen sich zum Einsatz bei Models im Foto- und Videoshooting besser als andere, wo liegen die Vor- und Nachteile. Alle Masken sind in ihrer Ausführung zur Verwendung beim Schnorchel- und Gerätetauchen geeignet. In Abhängigkeit individueller Details, so der Gesichtsform oder Gesichtsgröße sowie Bartwuchs kann ein besonders hervorgehobenes Produkt im Einzelfall vom Anwender anders beurteilt werden, weil Wasser eindringt oder das Glas auffällig beschlägt. Diese Faktoren unterliegen aber Bemessungsgrenzen, die ein fairer Test auch unter Laborbedingungen nicht simulieren könnte.
 
ERGEBNIS
 
Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Nachdem insgesamt 16 Masken in allen Details begutachtet worden waren, die Tests unter Wasser abgeschlossen und das Fotoshooting, das Herzstück unserer Betrachtung, beendet war, begann das Auswerten aller Daten sowie die Sammlung subjektiver und objektiver Meinungen zu den einzelnen Designvarianten, denn über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten. Doch das erwartete Duell der Meinungen blieb aus. Schnell herrschte Einigkeit über die besonders erwähnenswerten Masken. In der Kategorie Preis/Leistung entschied sich die Redaktion für die THEMA aus dem Angebot von Seaway, als UnterWasserWelt Designtip kürten wir die TM-8000Q Hyperdry von TUSA. Für Models, die geschliffene Gläser benötigen ist die EUREKA von Scubapro aus unserer Sicht die beste Wahl. Eine Allroundmaske für Sie und Ihn, mit allen positiven Eigenschaften für die Modelfotografie ist die TEMPRA von Mares, die schon zu den Klassikern zu zählen ist. Den Liebhabern echter Unterwasser-Klassik bleibt die Vedo vonares bzw. Model von Seaway vorbehalten, die sich wohl bei einem schnorchelnden Model gut einsetzen läßt, in Verbind- ung mit einer modernen Tauchausrüstung aber eher zu nostalgisch wirkt.
 
Die Bewertung der Paßform und der Schnellspann - Maskenbänder konnte schnell auf einen einheitlichen Nenner gebracht werden: Es wurden hier keine Auffälligkeiten festgestellt, alle Masken dichteten zufriedenstellend ab, die Anpassung der Maskenbänder bereitete in keinem Fall Probleme. Das deutliche Anlaufen besonders neuer Masken konnte mit Antibeschlagmittel gut beherrscht werden

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