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by Michael Goldschmidt 4.02

Fakten

Typ: BFTL OP 20ex
Hersteller: OCEANIC
Material: Alu, anodisiert
Tauchtiefe: 200 Meter
Akku: NiMH 7,2V/3 Ah
Brenner: Halogen 6V/20W
Dimmung: 2 Stufen 50% / 100%
Reflektor: Spot, 10°
Brenndauer: 50 Min
Schalter: Drehschalter, gefederte Raste als Einschaltschutz
Besonderheiten: Lampenglas wirkt als dichroitischer Filter, Erhöhung der Farbtemperatur bei 100% auf 3800 Kelvin; Überdruckventil (Schutz vor gasenden Akkus)
Tiefentladeschutz: ja
Ladung: Von außen
Ladegerät: Externer Spannungswandler, Ladeelektronik mit umfassenden Kontrollfunktionen in der Lampe integriert, Eingang 240 V;
Ladezeit: Maximal 4 Std. - Ladeerhaltung
Gewicht: 1000 g
Abtrieb: ca. 500 g
Länge: 180 mm
Durchmesser: 70 mm
Preis: ca. 299,- Euro (weitere leistungsstärkere Ausführung lieferbar für ca. 429,- Euro)
Vertrieb: Tauchsporthandel
Web: www.oceanic.de  

Lampen, die zur Ladung nicht geöffnet werden müssen, sind trotz guter Absatzzahlen des führenden Herstellers Kowalski in Berlin, im Gesamtangebot eher selten. Es bedarf langer Erfahrung und ausgefeilter Elektronik um die praktische Außenladung auch gefahrlos zu gestalten. Jeder Akku kann beim Laden und bei der Entladung gasen, auch ein neuer, bestimmte Typen neigen eher dazu, andere weniger. OCEANIC bietet nun zwei Lampentypen mit Ladeanschluss von außen an, die durch verschiedene Ausstattungsmerkmale auffallen. UnterWasserWelt hat sich die OP 20ex angesehen, die im mittleren Preissegment zum universellen Buddy werden kann.

In ihrer Leistungsklasse steht die OP 20ex wahrlich nicht allein in den Regalen, alle namhaften Hersteller bieten ähnliche Modelle an. Reduziert man die Palette auf das Feature „Außenladung“, dann strahlt die OCEANIC – Leuchte mit zwei Mitbewerbern um die Wette. Akkudaten, Lichtausbeute, Gewicht und Abtrieb, alles ist sich sehr ähnlich. Zwei deutliche Unterschiede gibt es aber für die „Neue“ zu vermelden: Ein als Filter wirkendes Frontglas, das die Farbtemperatur des Kunstlichtbrenners erhöht und ein sichtbares Überdruckventil, das beim Gasen der Zellen anspricht. Schaut man auf den Preis, so muss man stets berücksichtigen, dass für die praktische Außenladung auf Grund zusätzlicher mechanischer und elektronischer Bauteile ein paar Euro mehr ausgegeben werden müssen. Aber trotz aller akkuschonender Elektronik sollte man bei von außen zu ladenden Lampen stets darauf achten, dass die Zellen nicht durch unachtsames Handling gequält werden. Wer seine Taucherhandlampe achtlos in der Sonne liegen lässt, bis das Innenleben kocht, braucht sich nicht zu wundern, wenn das gute Stück die Freundschaft kündigt.

Bevor wir uns auf die allgemeinen Details der Leuchte konzentrieren, betrachten wir die Lichtqualität und die Besonderheit des Filterglases. Als Idee stand Pate auf einfache Weise, ohne Spezialbrenner und weitere kostspielige Elektronik, eine tageslichtähnliche Farbtemperatur zu erzeugen. Warum Tageslicht unter Wasser? Physiologisch ist es erwiesen, dass eine Lichtquelle mit höherem Blau- und Grünanteil, als es das stark rotlastige Glühlicht bietet (dazu gehören natürlich auch die allgemein verwendeten Halogenbrenner mit 3200 Kelvin Kunstlichtspektrum), deutlich mehr an optischer Wahrnehmung ermöglicht. Man könnte auch sagen, man sieht mehr, da das Auge Kontraste im Bereich von blau und grün zum Bildaufbau bevorzugt. Demzufolge ist auch die Durchdringungstiefe (Wirksamkeit des Lichtkegels) unter Wasser bei tageslichtähnlichem Licht größer, wie man bei Nachttauchgängen zweifelsfrei selbst feststellen kann.

Den Weg, den die OCEANIC – Konstrukteure beschritten, die Farbtemperatur anzuheben, ist in der professionellen Filmszene schon seit Jahrzehnten bekannt. Vor Kunstlichtlampen werden spezielle Filter gesetzt, die so dem Tageslicht nahe Farbtemperaturen (5200 Kelvin) erzeugen. Die Technik der Filterherstellung ist allerdings aufwändig. Golden spiegeln die speziell bedampften Gläser, leicht blau sind sie in der Durchsicht. Diese Filter werden auch dichroitisch genannt und haben den Vorteil, dass die so erfolgte Korrektur der Lichtfarbe weniger Helligkeit nimmt, als eine blaue Folie bestimmter Dichte, die den gleichen Zweck erfüllen würde.   

Statt mit 3200 Kelvin strahlt die OP 20ex mit 3800 Kelvin (bei Dimmung 100%), was zwar noch einiges von Tageslicht entfernt ist, dem Auge aber bereits einen großen Teil der oben geschilderten Vorteile bietet. Ab sofort werden alle OP Taucherhandlampen von OCEANIC mit diesen Gläsern bestückt ausgeliefert.   

Das Gehäuserohr und die Bodengruppe sind klassisch aus seewasserbeständigem Alu gefertigt, das anodisiert wurde. Die Rohrenden weisen jeweils einen größeren Durchmesser auf, als das Mittelteil. Das hat in erster Linie Designgründe. Der Bügelgriff ist sandgestrahlt und liegt rutschfest in der Hand. Eine großzügige Bohrung für ein Sicherungstool ist im hinteren Knick eingearbeitet. In der Bodengruppe sind die zwei Ladeanschlüsse eingelassen, der griffige Drehschalter mit gefederter Raste als Einschaltsperre mit den Schaltpunkten 50% und 100% sowie die Leuchtdiode der Kapazitätskontrolle, verbunden mit dem Überdruckventil. Die Diode leuchtet konstant grün beim Ladezustand 100% - 5%, wechselt dann in eine rote Anzeige (gleichzeitig wird die Lichthelligkeit auf 20% gedrosselt) als Warnung vor der baldigen Abschaltung durch den Tiefentladeschutz. Nach der Abschaltung blinkt sie noch weitere 10 Sekunden. Sollte sich beim Laden oder Betrieb der Lampe im Inneren ein Überdruck aufbauen, weil eine Zelle Gas absondert, spricht das
 
 
 Überdruckventil an. Das kann man am Plexiglaseinsatz vor der Leuchtdiode sehen, der in diesem Fall nach außen gedrückt wird. Sollte dies einmal passieren, muss die Lampe in einen autorisierten Servicebetrieb. Das Lampenglas ist 5 mm stark und mit einem blau eloxiertem Ring fixiert. Fest eingebaut ist der Spotreflektor. Zwei O-Ringe sitzen in Nuten vor dem leichtgängigen Gewinde, das die Bodengruppe mit dem Lampenohr verbindet.

Für den Betrachter unspektakulär offenbart sich das Innere der Leuchte. Hierhin gelangen die Besitzer einer OP 20ex ohnehin nur beim Brennerwechsel oder wenn sie die Neugier treibt, da bekanntlich zur Ladung die Lampe nicht geöffnet werden muss. Der Brenner hat seinen Platz im üblichen Stecksockel. Den Hauptteil füllt das Akkupaket aus (NiMH, 7,2V/3Ah). Die SAFT – Zellen stecken in schwarzen Hüllen. Der Akkubereich ist zusätzlich in eine transparente Folie eingeschweißt. Da die Platine und der Elektronikbereich in der Bodengruppe nicht gesondert gegen Feuchtigkeit geschützt ist, dürfte die Klarsichtfolie in erster Line dazu dienen, Fremdmanipulationen zu verhindern oder bei der Revision sofort sichtbar zu machen.

Was man nicht sieht, muss man lesen. Alles, was an Elektronikfunktionen in der Lampe steckt, auch um die unbelüftete Außenladung sicherheitstechnisch machbar zu machen, ist nicht ohne. Gehen wir der Reihe nach vor: Sanfter Start – Lampenschonung, auch wegen des Betriebs mit Überspannung; Dimmfunktion und Tiefentladeschutz mit Abschaltung; „Smart Light“ – gleiche Helligkeit über die gesamte Brenndauer; Betriebsstatusanzeige mittels zweifarbiger Leuchtdiode; Thermoschutzschalter – Abschaltung bei unnormaler Erhitzung; Ladeelektronik inkl. Ermittlung von: Umgebungs- und Akkutemperatur, Minimalspannung, timergesteuerter Maximalzeit (-V) der Schnellladung.

Im praktischen Einsatz ist die OCEANIC OP 20ex ein unauffälliger Begleiter. Deren Größe und geringer Abtrieb lässt sie problemlos am Jacket befestigen oder in die Tasche stecken. Die Raste der Einschaltsperre ist wirkungsvoll, die versehentliche Aktivierung der Leuchte ist ausgeschlossen. Auch mit Handschuhen kann sie gut bedient werden. Die Vorteile des Blaufilters wirken in der Dämmerung und beim Nachttauchgang. Bei Tag und entsprechend noch wirksamen Tageslicht muss man die OP 20ex auf kurze Distanz einsetzen, um die Farben der Unterwasserlandschaft zum Leuchten zu bringen. Die Brenndauer bei 100% liegt bei 50 Minuten und reicht auch bei normalen Nachttauchgängen völlig aus. Nutzt man die Dimmung, kann man die Zeit entsprechend verlängern. Erfreulich kurz ist die Schnellladung innerhalb 4 Stunden, etwas gewichtig erscheint der Spannungswandler.

Fazit

Laden, tauchen, Ladeanschlüsse säubern, laden, tauchen, so einfach gestaltet sich die Beziehung zur OP 20ex. Vollgepackt mit Elektronik bietet sie ein Höchstmaß an Betriebssicherheit für die Außenladung. Die innovative blaue Lichtfilterung ist eine kostengünstigere Alternative zu den im Wettbewerb stehenden Tageslichtlampen. Allerdings liegen bei der OP 20ex die Farbtemperaturwerte unter denen der Xenon- oder Gasentladungslampen. Die Zielgruppe sind Anwender, die eine kleine und innovative Lampe für das Gros ihrer Tauchgänge sucht, im Handling einfach und anspruchslos im Betrieb. Lieferbar ist auch eine stärkere Version bzw. Varianten ohne Außenladung – dann zu entsprechend günstigerem Preis.