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Arthur Hörner: Deutscher Rekord im Streckentauchen (See) mit angehaltenem Atem unter Eis (5.3.2000)

Es gibt mittlerweile viele Disziplinen im Apnoe - Sport. Als Ersatz für Rekorde im Meer werden nun immer öfter Rekorde unter besonders schwierigen äußeren Bedingungen angestrebt. Apnoe unter Eis kommt immer mehr “in Mode”, obwohl es eine von der AIDA nicht gesondert ausgewiesene Disziplin darstellt und es auch aus Gründen der Sicherheit wohl kaum dazu kommen wird. Neben dem Faktor Kälte addiert sich das zusätzlich psychisch belastende Moment hinzu nicht jederzeit auftauchen zu können. Auch die Sicherungstaucher müssen mit den besonderen Ansprüchen eines Eistauchgangs vertraut sein und von einer Oberflächenmannschaft abgesichert sein. Arthur Hörner berichtet selbst von seinem jüngsten Rekord.

Am 5. März 2000, einem eisig kalten Wintertag am Plansee in Österreich, stellte ich den ersten deutschen Rekord im Streckentauchen unter Eis auf. Ich hatte eine 70 m lange Strecke unter einer geschlossenen Eisdecke zurückgelegt, als ich um 13:25 wieder auftauchte.

An diesem Wochenende war sehr viel Schnee gefallen, doch kurz vor dem Rekordversuch hörte dieser auf und die Sonne zeigte sich überraschend. Mit langsamen Schritten nährte ich mich dem Einstiegsloch, 70 Meter davon entfernt sah ich mein Ziel, die Ausstiegsstelle. Dort musste ich auftauchen um das selbst gesteckte Ziel zu erreichen. Geistig ging ich die ganzen Abläufe noch einmal durch und stieg ins Wasser ein. Nach kurzem Eintauchen hatte ich noch 6 min zum Abtauchen. Es lief alles nach Plan und nach 72 sek. tauchte ich mit einem Jubelschrei im Ausstiegloch auf.

Der Versuch wurde von 5 Sicherungstauchern unter Wasser abgesichert, die im Abstand von ca. 10 m platziert waren. Als Orientierung diente mir ein in 2 mTiefe gespanntes Seil. Über Wasser haben zwei Helfer die Abläufe überwacht und koordiniert. Ein Notfallarzt und ein Rettungsassistent standen mit dem Notfallkoffer und dem Sauerstoffbeatmungsgerät bereit. Ein beheiztes Zelt, das freundlicher Weise von Harald Zeller vom Allgäuer Taucherhof zur Verfügung gestellt wurde, diente als Umkleideraum.

Auch Passanten beobachteten verblüfft das Treiben auf dem Eis. Das massive Aufgebot an Mensch und Material beeindruckte die Leute offenbar sehr. Die Verwunderung steigerte sich noch mehr, als sie mit ansahen, dass ein Taucher ohne Pressluftgerät unter Eis tauchen würde. Ein TV-Team von SAT 1 hielt das Ganze schließlich für die Fernsehzuschauer fest.