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Als UnterWasserWelt die ersten Fotos von Heike Sartorio vorlagen, dazu der Blick in Ihre Website das Engagement in das Hobby Unterwasser-Fotografie deutlich machte, war der Weg für das erste Portfolio dieser Fotografin schnell geebnet. Die Redaktion von UnterWasserWelt ist überzeugt, daß wir in Zukunft in den verschiedensten Medien noch öfter auf Ihre Bilder stoßen werden.

Knapp 50 Kilometer östlich von Düsseldorf liegt Schwalmtal, heute der Wohnsitz von Heike Sartorio, die 1967 in Saarbrücken im Sternzeichen der Fische geboren wurde. Nach der Tauchausbildung 1994 und anschließenden Aufbaubrevets kamen auch erste Erfahrungen beim Technical Diving hinzu, mit dem Atlantis Rebreather I. Nur knapp ein Jahr nach der Grundausbildung war bereits eine Motomarine MX 10 fester Bestandteil der Tauchausrüstung, deren Handling bei einem Sea&Sea Fotoseminar mit Kurt Amsler grundlegende Impulse erfuhr. Als Resultat dieses Workshops wurde nur einen Monat später die erst ein halbes Jahr alte Motomarine MX 10 durch die MM II EX ersetzt. Doch beide Kameras ebneten für Heike Sartorio nur den Weg sich schon ein Jahr später den Traum schlechthin zu verwirklichen, die Nikonos RS. Heute ist das Fotoequipment mit den Objektiven R-UW AF Zoom 20-35mm, AF Micro-Nikkor 50mm und dem Fisheye 13mm abgerundet. Am Gelenkarm ist der Nikon SB-104 Blitz befestigt. Doch hochwertige Aufnahmetechnik allein ist nie Garant für eine Vielzahl von gut gestalteten, scharfen und richtig belichteten Bildern. Zur ansprechenden Bildwirkung gehört das Gefühl für die Freistellung von Fischportraits vor unruhigem Hintergrund, wie bei den Clownfischen und der Muräne im Wrack, oder das sichere Gefühl für besondere Situationen, wie das Foto mit den Putzerfischen beweist. Besonders gefällt uns hier der Blickwinkel schräg gegen die Wasseroberfläche, das bringt Dynamik ins Bild, dazu erzeugen die klaren Linien gegen das blaue Wasser zusätzliche Spannung.

Im Original ist der kapitale Napoleon in voller Größe ins Bild gesetzt worden, doch die Beschränkung auf ein Portrait durch den Layouter von UnterWasserWelt steigert die Ausdruckskraft deutlich. Auch die Übernahme standardisierter Seitenverhältnisse, wie etwa dem des Kleinbildformat von 2:3 ist in kreativen Bildredaktionen kein Thema. Ein geschickt aus dem Originalbild gewählterr Ausschnitt steigert nicht selten ein belangloses Foto zu einem Meisterbild.

Ist denn diese Manipulation eigentlich zulässig, wird hier nicht das wahre Können oder Unvermögen eines Fotografen soweit beeinflußt, daß seine Leistungen nicht mehr zu bewerten sind? So mögen Sie vielleicht fragen. Aber in der Fotografie hat diese Möglichkeit der Bildbeeinflussung alte Tradition. Als überwiegend nur in Schwarz/Weiß fotografiert wurde, war die Ausschmittvergößerung ein alltägliches Mittel zur Steigerung der Bildaussage. Auch die Fotografen, die mit dem Mittelformat 6x6 arbeiteten, fertigten meist rechteckige Vergrößerungen, da das quadratische Format nur in wenigen Fällen optimal zu einer Bildkomposition paßte. Erst der Diafilm mit seinen unabänderlichen Seitenverhältnissen schuf den Zwang der Bildkomposition auf das vorgegebene Format. Diese enge Vorgabe zählt heute in erster Linie bei Wettbewerben, gerade auch im Rahmen von Fotosub-Veranstaltungen vor Ort.

Auch der Anspruch eines Layouters aus dem Angebot eines Fotografen interessante Montagen zu erstellen, ist für eine Fotoredaktion ein wichtiges Kriterium, ob mit dem verfügbaren Material kreativ gearbeitet werden kann.

Ein Beispiel einer Montage wird in diesem Portfolio veröffentlicht. Der Riffhai, über der mit roten Weichkorallen bewachsenen Wand, ist Heike Sartorio so nicht begegnet. Beide für sich allein sauber fotografierten Motive, aber ohne besondere Spannung im Bild, erfahren durch ihre Zusammenfügung eine optimale Aufwertung. Warum also in seinem Bildschaffen auf Ergebnisse verzichten, nur weil die einzelnen Komponenten nicht gleich die packende Ausstrahlung haben, wie das gelungene Wettbewerbsbild?

Eine besonders gute Hand hat Heike Sartorio für Motive im Weitwinkelbereich, was Ihre Bilder ausdrücken und was Sie auch selber so erwähnt. Der Manta im Aufmacherbild oder die meisterliche Supertotale der drei Haie mit Taucher, das macht Laune, da stimmt alles, da gibt es nichts zu verbessern.

Und weiter fiel uns auf, daß das Thema Lichtmischung, also das Verhältnis zwischen dem umgebenden Restlicht, dem Blau des Meeres und der Blitzbelichtung, immer auf den Punkt stimmt. Hier hilft sicherlich oft die Automatik, aber manuelle Korrekturen sind trotzdem oft notwendig.

Und welche Tips hat Heike Sartorio für die Unterwasser-Fotografen, die sich ähnlich wie sie engagiert betätigen? Die besten Tips stehen im Buch “Kurts Fototips”, im Jahr-Verlag (Magazin tauchen) erschienen. Im ecomed-Verlag sind die Grundlagen der Unterwasser-Fotografie veröffentlicht, Autor Herbert Frei.Persönlich rät Sie die Unterwasserwelt und ihre Bewohner zu achten, sich freundlich den Tieren zu nähern. Erst kommt das Tier, dann das Foto. Und das liebste Tauchgebiet ist für Heike Sartorio Franz. Polynesien.

Mit dem Schwarz/Weiß-Film besuchte Heike Sartorio kurz vor der Veröffentlichung dieses Beitrags das Wrack der Salem Express im Roten Meer. Nachdem der heute übliche Farbfilm die gestalterische Herausforderung der S/W-Fotografen vergangener Tage hat vergessen lassen, muß man sich an dieses Metier erst wieder neu herantasten. Mit Erfolg, wie wir meinen, hat Heike Sartorio diesen Schritt gewagt, im Bild links wird dazu eine Möglichkeit der Beeinflussung am Computer gezeigt, während das Bild unten dem Original entsprechend eindrucksvoll die bedrückende Situation eines Wrack spürbar macht.

Nachlese: Im Laufe des Jahres 1999 erhielt Heike Sartorio eine Reihe von Awards für Ihre Homepage, war als Fotografin für Benjamin Franz bei seinem NO LIMIT Apnoe-Rekord am Roten Meer und gewann den zur Messe Interboot veranstalteten Fotowettbewerb. Die Redaktion von UnterWasserWelt gratuliert herzlich.
 
Web: http://www.unterwasserphoto.de/